Neue Gewalt

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Ägypten versinkt im Chaos

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Am "Freitag der Wut" sind bei neuen Zusammenstößen zwischen ägyptischen Sicherheitskräften und Islamisten dutzende Menschen getötet worden. In der Hauptstadt Kairo war nach den Freitagsgebeten an mehreren Stellen Maschinengewehrfeuer zu hören. Reporter und Augenzeugen zählten an verschiedenen Stellen zahlreiche Leichen. Mehrere Stadtviertel von Kairo erinnerten an Schlachtfelder. Österreichs Außenministerium sprach eine Reisewarnung für das ganze Land aus.

Mindestens 70 Tote

Nach vorläufigen Zählungen wurden mindestens 70 Menschen getötet. Die meisten Opfer gab es am Rande der zentralen Kundgebung am Ramses-Platz in der Innenstadt von Kairo. Der Muslimbruderschaft zufolge erschoss die Polizei hier 45 Demonstranten. Beamte des Innenministeriums erklärten hingegen, Dutzende Demonstranten hätten die nahe gelegene Ezbekiya-Polizeistation attackiert. Daraufhin sei ein Gefecht mit Feuerwaffen auf beiden Seiten entbrannt, bei dem mehrere unbeteiligte Zivilisten getötet worden seien. Insgesamt seien bei den Ausschreitungen in den vergangenen 24 Stunden 24 Polizisten getötet worden.

Nach Angaben von Augenzeugen beteiligten sich an einigen der gewalttätigen Zusammenstöße nicht nur Islamisten und Angehörige der Sicherheitskräfte, sondern auch Anwohner, die Demonstranten attackierten. Zehn Menschen starben, als sich die Polizei in der Provinz Kafr al-Sheikh Islamisten entgegenstellte, die das Gouverneursgebäude und eine Polizeistation stürmten.

Vier Demonstranten wurden in der Stadt Ismailia von der Polizei erschossen. Fünf Tote und 15 Verletzte zählte die Polizei in der Stadt Damietta, wo Anhänger von Ex-Präsident Mursi ebenfalls eine Polizeistation angriffen. Ein Polizist wurde in Neu-Kairo an einer Straßensperre erschossen. Ein junger Mann starb bei einem Schusswechsel zwischen Polizisten und Demonstranten neben einer Moschee in Al-Arish auf der Sinai-Halbinsel. Im Fayoum wurden nach Straßenschlachten zwischen Demonstranten und der Polizei fünf Leichen und 20 Verletzte in ein Krankenhaus gebracht.

Reisewarnung für ganz Ägypten
Das österreichische Außenministerium gab am Freitag eine Reisewarnung für ganz Ägypten heraus. Dies erfolge "aufgrund der Eskalation der letzten Tage mit so vielen Toten", erklärte Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP). "Die Sicherheit ist einfach nicht mehr gegeben." Urlauber, die sich bereits im Land befänden, könnten ihre Reise fortsetzten, so Spindelegger. >> Alle Infos zur Reisewarnung

Aufgrund der "Unvorhersehbarkeit der Entwicklungen" werde von Reisen in das ganze Land "derzeit abgeraten", erklärte auch das Auswärtige Amt in Berlin . Die USA forderten ihre Bürger auf, Ägypten zu verlassen.

Große Teile der deutschen und österreichischen Tourismusbranche sagten sämtliche Reisen nach Ägypten bis Mitte September ab. Kunden von Reisebüros und -veranstaltern könnten ihre Urlaube umbuchen oder stornieren. Auch Frankreich, Großbritannien, Spanien, Italien und Russland gaben Reisehinweise für Urlauber aus.

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