Äthiopischer Ministerpräsident revidiert: Doch keine Toten bei Kundgebung

In Addis Abeba

Äthiopischer Ministerpräsident revidiert: Doch keine Toten bei Kundgebung

Bei der Explosion einer Granate während einer Kundgebung des neuen äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed sind am Samstag dutzende Menschen verletzt, aber entgegen ersten Meldungen keine getötet worden. 83 Menschen seien verletzt, sechs davon schwebten in Lebensgefahr, erklärte Abiys Büroleiter Fitsum Arega auf Twitter unter Berufung auf Polizei und Krankenhäuser.

Es seien noch keine Toten gemeldet worden, fügte er hinzu. Abiy hatte zuvor laut Medienberichten von mehreren Toten oder Verletzten gesprochen.

Ministerpräsident blieb unverletzt

Der Ministerpräsident blieb bei der Explosion in der Hauptstadt Addis Abeba unverletzt. Er wurde in Sicherheit gebracht. Hinter der Tat vermutete Abiy Gegner seiner Reformpolitik.
 
Die Detonation ereignete sich kurz nach Abiys Rede. Unter den zehntausenden Zuschauern kam es zu panikartigen Szenen, nach der Explosion stürmten dutzende Menschen den Ort der Kundgebung im Zentrum der Hauptstadt und skandierten regierungsfeindliche Parolen. Unter den Teilnehmern der Kundgebung kam es zu Rangeleien, Journalisten wurden mit Steinen beworfen.
 
Mit der Kundgebung in Addis Abeba wollte sich Abiy öffentlichen Rückhalt für seine Reformpolitik holen. Es war sein erster öffentlicher Auftritt in der Hauptstadt seit seinem Amtsantritt im April.
 
Abiy brach mit der autoritären Politik seiner Vorgänger: Er ließ politische Gefangene frei, leitete eine Liberalisierung der Wirtschaft ein und unterbreitete dem verfeindeten Nachbarstaat Eritrea ein Friedensangebot. Unklar ist, wie groß der Rückhalt für Abiys Reformpolitik in der Regierungspartei EPRDF ist.
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