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Amanda Knox Prozess hat begonnen

Rom

Amanda Knox Prozess hat begonnen

Vor dem Obersten Gericht in Rom, der dritten Instanz im italienischen Strafsystem, hat am Mittwoch der letztinstanzliche Prozess gegen die US-Studentin Amanda Knox und ihren Ex-Freund Raffaele Sollecito begonnen. Das Kassationsgericht prüft das Urteil der unteren Instanz. Die Angeklagten waren wegen des Mordes an der Britin Meredith Kercher verurteilt worden.

Sollecito beteiligte sich am Verfahren, das von Dutzenden Journalisten aus aller Welt verfolgt wurde. Knox, die Italien 2011 nach vierjähriger Untersuchungshaft verlassen hatte, blieb in ihrer Heimatstadt Seattle. Mit einem Urteil ist voraussichtlich noch am Mittwoch zu rechnen.

Knox und Sollecito sind zuletzt im Jänner 2014 in Florenz wegen des 2007 in Perugia verübten Mordes an Meredith Kercher zu 28,5 bzw. 25 Jahren Haft verurteilt worden. Dagegen legten sie Berufung ein. Amanda Knox, die 2013 in die USA zurückgekehrt ist, und Sollecito waren bereits 2009 in einem Indizienprozess in Perugia zu langen Haftstrafen verurteilt und im Berufungsverfahren 2011 freigesprochen worden. Im März 2013 wurde diese Entscheidung vom Kassationsgericht gekippt. In einem zweiten Verfahren vor dem Berufungsgericht in Florenz erfolgten Schuldsprüche.

Die von der Verteidigung eingebrachten Nichtigkeitsbeschwerden waren Gegenstand der Verhandlung des Kassationsgerichts. Die Verteidiger werfen der Justiz schwere Fehler bei der Würdigung der am Tatort gesicherten DNA-Beweise vor. 200 Fehler stellten die Anwälte Sollecitos im Urteilsspruch ihres Mandanten fest. Sie reichten einen 653-seitigen Rekurs gegen die Verurteilung ein.

Sollte das Kassationsgericht die Strafe bestätigen, müsste Sollecito in Haft, da das Urteil dann rechtskräftig ist. Italien könnte bei der US-Justiz Knox ́ Auslieferung beantragen. Knox und Sollecito saßen bis zu ihrem Freispruch im Berufungsverfahren vier Jahre im Gefängnis. Der Italiener ist derzeit auf freiem Fuß. Da der zuletzt - in Abwesenheit der Angeklagten - ergangene Schuldspruch nicht rechtskräftig ist, darf er das Land aber nicht verlassen. Als einziger Beschuldigter in der Causa ist ein Mann aus der Elfenbeinküste in einem separaten Verfahren nach einem Teilgeständnis rechtskräftig verurteilt worden. Er verbüßt eine Haftstrafe von 16 Jahren.
 

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