Angst vor neuem Vulkanausbruch in Island

Lage "unsicher"

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Angst vor neuem Vulkanausbruch in Island

Die Eruptionen des Vulkans unter dem Eyjafjalla-Gletscher in Island haben am Montag ihren Charakter verändert. Nach der niedrigen, aber voluminösen Aschewolke vom ersten Ausbruch am Sonntag beobachteten Augenzeugen am Montag zuerst einen dunklen atmosphärischen Schleier über der Erdspalte. Anschließend wurden Rauchsäulen beobachtet, die bis in acht Kilometer Höhe reichten. Die rund um das Ausbruchsgebiet registrierten Erdstöße wurden von Experten als "normal" bezeichnet.

Spalte verlängert sich
Der Geologe Hjörleifur Sveinbjörnsson sagte gegenüber dem Isländische Rundfunk RUV, die hellere Farbe der zuletzt beobachteten Eruptionswolken legten nahe, dass es sich um Wasserdampf handelt. Dies wiederum deute darauf hin, dass mehr Schmelzwasser vom Eyjafjalla-Gletscher in die vulkanisch aktive Zone des Erdspalts eingedrungen sei.

Die in der Nacht auf Sonntag plötzlich aktiv gewordene Spalte schien sich am Montag in Richtung des Myrdal-Gletschergebiets im Südosten zu verlängern. Dort befindet sich ein weiterer Vulkan, die 1.450 Meter hohe Katla, deren letzter Ausbruch sich im Jahr 1918 ereignet hat.

Lage "unsicher"
Die Geologen und die Behörden beurteilen die Lage derzeit als "unsicher". Die Beobachtung des Gebiets um die Vulkane im Süden der Insel wurde intensiviert, mehrere Straßen neuerlich gesperrt.

Sonntag früh hatten nach dem ersten Vulkanausbruch in Island seit 2004 mehr als 600 Anrainer ihre Wohnorte nach Aufforderung der Behörden verlassen. Der internationale Flugverkehr in und um Island war vorübergehend eingestellt worden. Bis Sonntagabend konnten die meisten der evakuierten Bewohner in ihre Häuser zurückkehren.

Flugverkehr wieder aufgenommen
Der ins Ausland führende Flugverkehr wurde ebenfalls wieder aufgenommen. Auch durch isländischen Luftraum führende Transatlantikflüge dürfen derzeit wieder ihre gewohnten Routen fliegen, allerdings unter Einhaltung einer größeren Flughöhe. Wegen der Gefahr von Überschwemmungen durch Schmelzwasser blieb der Ausnahmezustand in der Region vorerst aufrecht. Geologen befürchten, dass es in der Gegend um die beiden Gletscher weitere Vulkanausbrüche geben könnte.

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