Sonderthema:
Armee vertreibt Rebellen aus Slawjansk

Ostukraine

Armee vertreibt Rebellen aus Slawjansk

Ukrainische Einheiten haben nach offiziellen Angaben militärische Erfolge in der Rebellenhochburg Slawjansk in der Ostukraine erzielt. Auf der Webseite von Präsident Petro Poroschenko hieß es am Samstag, er habe angeordnet, die ukrainische Flagge auf dem Rathaus in der seit April von Separatisten kontrollierten Stadt zu hissen.

Prorussische Separatisten seien dort unter Granatfeuer genommen worden, als sie versucht hätten, die Linien der Regierungstruppen zu durchbrechen, hieß es weiter. Die Separatisten zogen sich nach Angaben der ukrainischen Regierung weitgehend aus ihrer Hochburg Slawjansk zurück. Rebellen-Kommandant Igor Strelkow und ein "Großteil" der aufständischen Kämpfer seien nach Geheimdienstinformationen vom Samstagmorgen aus der Stadt im Osten des Landes geflohen, erklärte Innenminister Arsen Awakow auf Facebook.

Rebellen zogen sich 50 Kilometer südwestlich zurück
Die Milizen zogen sich demnach in die 50 Kilometer südöstlich gelegene Stadt Gorliwka zurück. Zivilisten hätten die verwaisten Kontrollpunkte übernommen und die von den Separatisten zurückgelassenen Waffen und schusssicheren Westen zusammengetragen, erklärte Awakow. Seinen Angaben zufolge zerstörte die Armee auch das in der Stadt Artemiwsk gelegene Hauptquartier der Rebellen in der Region Donezk. Die Regierungstruppen hatten ihre Offensive in der Ostukraine nach dem Ablauf einer einseitigen Waffenruhe am Dienstag wieder aufgenommen.

Eine Beobachterin der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch bestätigte die Angaben des Innenministeriums zur Lage in Slawjansk. Die Separatisten hätten die Stadt am Morgen verlassen, schrieb Tatjana Lokschina in einer Twitter-Botschaft. "Sie sagten 'Die Stadt ist gefallen, alle ziehen sich zurück'." Strelkow hatte sich am Freitag an die Regierung in Moskau gewandt und gewarnt, seine Milizen könnten die Anfang April eroberte Stadt ohne russische Hilfe nicht mehr lange halten.

Poroschenko schließt einseitige Waffenruhe aus
Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko begrüßte die Nachricht vom Rückzug der Aufständischen. Der Präsident habe dem Militär befohlen, in Slawjansk zum Zeichen der Rückeroberung die ukrainische Flagge über dem Rathaus zu hissen, teilte Generalstabschef Viktor Muschenko mit.

Poroschenko schloss unterdessen eine erneute einseitige Waffenruhe im Kampf gegen prorussische Separatisten aus. Einen Dialog könne es nur geben, wenn alle Konfliktparteien gleichermaßen die Bedingungen dafür einhalten würden, sagte Poroschenko nach Beratungen mit den Fraktionsvorsitzenden des ukrainischen Parlaments in Kiew.

Eine Feuerpause ist Teil von Gesprächen, die die Führung in Kiew und die Aufständischen anstreben. Es war aber unklar, ob ein für diesen Samstag geplantes Treffen unter Vermittlung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zustande kommt.

Bei erneuten Gefechten in der krisengeschüttelten Ostukraine wurden der Armee zufolge sieben Soldaten getötet und sechs verwundet.
 

Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden

Anzeigen

Werbung

Jetzt Live
Diese Videos könnten Sie auch interessieren
Wiederholen
Jetzt NEU

oe24.TV im Livestream: 24 Stunden News!

Live auf oe24.TV 1 / 8

Top Gelesen 1 / 5

  Diese Website verwendet Cookies. Durch die Verwendung dieser Website stimmen Sie dem damit verbundenen Einsatz von Cookies zu.

Es gibt neue Nachrichten
auf oe24.at
Jetzt Startseite laden
Abbrechen