Atombombe soll Ölleck stopfen Atombombe soll Ölleck stopfen

Verrückter Plan

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Atombombe soll Ölleck stopfen

Die Idee klingt, als würde sie einem schlechten Film entspringen: Die USA wollen das Öl-Bohrloch mithilfe einer Atombombe stopfen!

Doch diese Lösung könnte Realität werden, immer mehr Amerikaner unterstützen sie. Gestern wurde das Steigrohr abgetrennt. Darauf soll eine Saugglocke gesetzt werden. Doch der Schnitt sei „nicht glatt“, die Operation werde dadurch erschwert, so der Chef der Küstenwache Thad Allen.

Explosion in 5.400 Metern Tiefe
Jetzt droht neben der Umweltkatastrophe auch ein absolutes Tourismus-Fiasko: Die Giftbrühe aus 165 Millionen Litern Öl, die in den 44 Tagen seit der Explosion der Deepwater Horizon ausliefen, nähert sich dem Urlauberparadies Florida. Angesichts der wachsenden Verzweiflung widmet selbst die seriöse New York Times dem Einsatz von Atombomben eine Titelstory.

Die Details: Ein nuklearer Sprengsatz soll, 5.400 Meter tief versenkt, zur Explosion gebracht werden. Die Detonation setzt Temperaturen von 7.200 Grad frei (heiß wie die Sonne). Das Gestein rund um das Bohrloch würde schmelzen, poröse Stellen im Felsen permanent versiegeln – das Öl wäre gestoppt.

Sowjets setzten A-Bomben gegen Gasleitungen ein
Diese Methode wurde bereits erfolgreich angewandt: Die Sowjets löschten zwischen 1966 und 1981 mit fünf Atombomben brennende Gasquellen: „Vier der fünf Explosionen waren erfolgreich“, schrieb US-Professor Milo D. Nordyke. Eine der eingesetzten Atomwaffen hatte 30 Kilotonnen Sprengkraft, wenig mehr als die Bombe von Hiroshima.

Doch die US-Regierung ziert sich noch vor dem Atomangriff gegen das Ölleck. Die Risiken seien zu hoch, attestieren US-Techniker. Gefürchtet wird der Austritt von Radioaktivität. In Internetforen hieß es: „Am schlimmsten wäre eine radioaktive Ölpest.“

Hoch sind auch die politischen Hürden: Die USA müssten sich über das 1996 beschlossene Atomteststopp-Abkommen hinwegsetzen. Und: US-Präsident Barack Obama selbst kämpft gerade um eine Welt ohne Atomwaffen: Sollte er selbst den Einsatz gegen die Ölkatastrophe genehmigen, wäre die Glaubwürdigkeit dahin.

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