19. Juli 2012 16:57

Kämpfe in Syrien 

Bangen um Österreichs Soldaten am Golan

Syrische Kämpfer drangen in von Österreichern bewachte Zone ein.

Bangen um Österreichs Soldaten am Golan

Die Kämpfe zwischen regierungstreuen Truppen und Aufständischen in Syrien betreffen nun auch österreichische Soldaten. Wie die "Kleine Zeitung" berichtet, sind zuletzt zweimal rund 400 bewaffnete Syrer, darunter 200 Soldaten, in die auch von Österreichern bewachte, demilitarisierte Zone eingedrungen. Die Soldaten seien offenkundig auf der Suche nach Rebellen gewesen, die sich in dem Gebiet verschanzt haben sollen. Zu Zusammenstößen mit den UNO-Truppen ist es aber noch nicht gekommen.

Österreich hat rund 400 Soldaten auf den Golan-Höhen an der syrisch-israelischen Grenze stationiert, ihre Hauptaufgabe ist die Sicherung des Waffenstillstandes zwischen Syrien und Israel. Die UN-Blauhelme haben ihre Patrouillen eingestellt. Der Leiter der Einsatzsektion im Verteidigungsministerium, Christian Segur-Cabanac, bestätigt den Vorfall: "Eine schwere Verletzung des UNO-Mandats".

Golan.jpg
(c) APA, Verteidigungsminister Darabos: Besuch bei den Blauhelmen auf dem Golan am 3. Mai 2011

Diplomaten fliehen
In Österreichs Botschaft in Syrien halten sich derzeit keine österreichischen Mitarbeiter auf. Wie der Sprecher des Außenministeriums, Nikolaus Lutterotti, am Donnerstag auf Anfrage mitteilte, haben der Geschäftsträger und eine weitere österreichische Mitarbeiterin die Botschaft in Damaskus verlassen. Sie seien in der Früh im Rahmen einer vorgesehenen Rotation nach Beirut gefahren, wo sich derzeit auch die Botschafterin aufhalte.

Die österreichische Botschaft in Syrien bleibe geöffnet und sei mit lokalen Mitarbeitern besetzt. Botschafterin Maria Kunz beabsichtige, demnächst nach Damaskus zu fahren, sollte es die Sicherheitslage erlauben, sagte Lutterotti. Diese werde laufend überprüft.

Kämpfe toben in Damaskus
Bewohner der Hauptstadt Damaskus berichteten unterdessen am Donnerstag von Kämpfen in Sichtweite des Präsidentenpalastes und des Regierungsviertels. Unterdessen hat das Rätselraten um den Aufenthaltort des Staatschefs ein Ende. Er zeigte sich heute bei der Vereidigung des neuen Verteidigungsministers in Damaskus. Zuvor hat es Gerüchte um eine mögliche Flucht Assads gegeben. Mehr dazu finden Sie hier >>

Resolution blockiert
Russland und China haben zum dritten Mal eine Resolution des UN-Sicherheitsrates zu Syrien platzen lassen. Die beiden ständigen Mitglieder des mächtigsten UN-Gremiums legten am Donnerstag in New York ihr Veto gegen einen westlichen Entwurf ein und blockierten die Resolution so trotz großer Mehrheit von elf Stimmen. Zwei Länder enthielten sich. Damit hängt auch die Beobachtermission UNSMIS (United Nations Supervision Mission in Syrien) in Syrien vorerst in der Schwebe. Ihr Mandat läuft am Freitag aus.

Rebelle kontrollieren Grenze zum Irak
Die Rebellen haben nach irakischen Angaben die Kontrolle über die zwischen beiden Ländern verlaufende Grenze übernommen. "Die Gesamtheit der Grenzposten zwischen dem Irak und Syrien wird fortan von der Freien Syrischen Armee kontrolliert", sagte der irakische Vize-Innenminister Adnan al-Assadi der Nachrichtenagentur AFP in Bagdad mit Blick auf die Kämpfer der syrischen Opposition. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete ihrerseits, die Rebellen hätten auch die Kontrolle über einen Übergang zur Türkei übernommen.

Regierungstruppen und Rebellen lieferten sich den fünften Tag in Folge Kämpfe in Damaskus. Die Regierung setzte Berichten zufolge auch Artillerie gegen die meist nur mit Gewehren und Granaten bewaffneten Aufständischen ein. Die Gefechte dauerten ohne Unterbrechung an, berichteten Bewohner. In der Nähe der Regierungszentrale sei mindestens ein Mensch getötet worden. Hunderte Familien seien auf der Flucht, fänden aber keinen Schutz. "Die Flüchtlinge können nirgendwo hin. In ganz Damaskus wird gekämpft", berichtete eine Bewohnerin.

Anschlag auf syrische Staatsführung
http://images02.oe24.at/HERO.jpg/storySlideshow/72.677.624
Assef Shawkat, stellvertretender Verteidigungsminister (†)
Shawkat, der Schwager von Machthaber Assad, wurde bei dem Selbstmordanschlag gegen eine Versammlung von Kabinettsmitgliedern und ranghohen Vertretern der Sicherheitsdienste am 18. Juli im Zentrum von Damaskus getötet.
http://images04.oe24.at/HERO.jpg/storySlideshow/72.677.243
Daoud Rajha, Verteidigungsminister (†)
Rajha wurde bei dem Selbstmordanschlag getötet.
http://images04.oe24.at/HERO.jpg/storySlideshow/72.677.829
Mohammed Ibrahim al-Shaar, Innenminister
al-Shaar wurde bei dem Anschlag verletzt und danach in das Al-Shami-Krankenhaus gebracht.


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7 Postings
Blauhelm (GAST) meint am 20.07.2012 21:28:33 ANTWORTEN >
Keine Sorgen, es geht uns gut! Die Situation ist angespannt, aber unter Kontrolle.
Wir freuen uns das Österreich uns noch nicht vergessen hat, und sich die österreichische Regierung mit Aussagen zur Situation in Syrien vorsichtig zurückhält um uns österreichische Soldaten nicht ins "Schußfeld" syrischer Kritik zu bugsieren.

Grüße aus dem Golan,
ein österreichischer Blauhelm!
Kling Kling (GAST) meint am 20.07.2012 08:35:02 ANTWORTEN >
Würd mich interessiern ob die leute unter mir jemals in soeinem Land / Einsatzraum waren?! Oder ob es sich hier nur um MagicLife verwöhnte Zivildiener handelt...
nur kohle (GAST) meint am 19.07.2012 20:15:51 ANTWORTEN >
kassieren - wenn einen einen fahren läßt - alle in Deckung. Unsere harten Jungs im Einsatz !
Alex54332 (GAST) meint am 19.07.2012 19:10:03 ANTWORTEN >
gut das östreich nicht mit der nato mitmacht schlecht aber mit der uno trotzdem mitmacht ...
Wofür sind... (GAST) meint am 19.07.2012 19:07:52 ANTWORTEN >
Die da unten stationiert? Wenn dann der fall Eintritt das jemand das Gebiet bewaffnet betritt sperren die sich ein? Unser Geld für unsere Leute statt für Eu Auslandseinsperr Einsätze
@diagonit (GAST) meint am 19.07.2012 19:00:16 ANTWORTEN >
wie sollen sich Leute selber helfen, die kein Geld zur Flucht haben ? Mir tun einfach die Leute leid, die nichts dafür können, ganz schrecklich, wenn Giftgas eingesetzt wird.
diagonit meint am 19.07.2012 17:21:32 ANTWORTEN >
wie ich schon immer gesagt habe, die UNO ist fuer nichts da, kostet sehr viel Geld. Selber helfen, aber sonst bist verloren. Glückliche Schweiz !!!
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