Sonderthema:
Bangen um Österreichs Soldaten am Golan

Kämpfe in Syrien

 

Bangen um Österreichs Soldaten am Golan

Die Kämpfe zwischen regierungstreuen Truppen und Aufständischen in Syrien betreffen nun auch österreichische Soldaten. Wie die "Kleine Zeitung" berichtet, sind zuletzt zweimal rund 400 bewaffnete Syrer, darunter 200 Soldaten, in die auch von Österreichern bewachte, demilitarisierte Zone eingedrungen. Die Soldaten seien offenkundig auf der Suche nach Rebellen gewesen, die sich in dem Gebiet verschanzt haben sollen. Zu Zusammenstößen mit den UNO-Truppen ist es aber noch nicht gekommen.

Österreich hat rund 400 Soldaten auf den Golan-Höhen an der syrisch-israelischen Grenze stationiert, ihre Hauptaufgabe ist die Sicherung des Waffenstillstandes zwischen Syrien und Israel. Die UN-Blauhelme haben ihre Patrouillen eingestellt. Der Leiter der Einsatzsektion im Verteidigungsministerium, Christian Segur-Cabanac, bestätigt den Vorfall: "Eine schwere Verletzung des UNO-Mandats".

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(c) APA, Verteidigungsminister Darabos: Besuch bei den Blauhelmen auf dem Golan am 3. Mai 2011

Diplomaten fliehen
In Österreichs Botschaft in Syrien halten sich derzeit keine österreichischen Mitarbeiter auf. Wie der Sprecher des Außenministeriums, Nikolaus Lutterotti, am Donnerstag auf Anfrage mitteilte, haben der Geschäftsträger und eine weitere österreichische Mitarbeiterin die Botschaft in Damaskus verlassen. Sie seien in der Früh im Rahmen einer vorgesehenen Rotation nach Beirut gefahren, wo sich derzeit auch die Botschafterin aufhalte.

Die österreichische Botschaft in Syrien bleibe geöffnet und sei mit lokalen Mitarbeitern besetzt. Botschafterin Maria Kunz beabsichtige, demnächst nach Damaskus zu fahren, sollte es die Sicherheitslage erlauben, sagte Lutterotti. Diese werde laufend überprüft.

Kämpfe toben in Damaskus
Bewohner der Hauptstadt Damaskus berichteten unterdessen am Donnerstag von Kämpfen in Sichtweite des Präsidentenpalastes und des Regierungsviertels. Unterdessen hat das Rätselraten um den Aufenthaltort des Staatschefs ein Ende. Er zeigte sich heute bei der Vereidigung des neuen Verteidigungsministers in Damaskus. Zuvor hat es Gerüchte um eine mögliche Flucht Assads gegeben. Mehr dazu finden Sie hier >>

Resolution blockiert
Russland und China haben zum dritten Mal eine Resolution des UN-Sicherheitsrates zu Syrien platzen lassen. Die beiden ständigen Mitglieder des mächtigsten UN-Gremiums legten am Donnerstag in New York ihr Veto gegen einen westlichen Entwurf ein und blockierten die Resolution so trotz großer Mehrheit von elf Stimmen. Zwei Länder enthielten sich. Damit hängt auch die Beobachtermission UNSMIS (United Nations Supervision Mission in Syrien) in Syrien vorerst in der Schwebe. Ihr Mandat läuft am Freitag aus.

Rebelle kontrollieren Grenze zum Irak
Die Rebellen haben nach irakischen Angaben die Kontrolle über die zwischen beiden Ländern verlaufende Grenze übernommen. "Die Gesamtheit der Grenzposten zwischen dem Irak und Syrien wird fortan von der Freien Syrischen Armee kontrolliert", sagte der irakische Vize-Innenminister Adnan al-Assadi der Nachrichtenagentur AFP in Bagdad mit Blick auf die Kämpfer der syrischen Opposition. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete ihrerseits, die Rebellen hätten auch die Kontrolle über einen Übergang zur Türkei übernommen.

Regierungstruppen und Rebellen lieferten sich den fünften Tag in Folge Kämpfe in Damaskus. Die Regierung setzte Berichten zufolge auch Artillerie gegen die meist nur mit Gewehren und Granaten bewaffneten Aufständischen ein. Die Gefechte dauerten ohne Unterbrechung an, berichteten Bewohner. In der Nähe der Regierungszentrale sei mindestens ein Mensch getötet worden. Hunderte Familien seien auf der Flucht, fänden aber keinen Schutz. "Die Flüchtlinge können nirgendwo hin. In ganz Damaskus wird gekämpft", berichtete eine Bewohnerin.

Diashow Anschlag auf syrische Staatsführung
Assef Shawkat, stellvertretender Verteidigungsminister (†)

Assef Shawkat, stellvertretender Verteidigungsminister (†)

Shawkat, der Schwager von Machthaber Assad, wurde bei dem Selbstmordanschlag gegen eine Versammlung von Kabinettsmitgliedern und ranghohen Vertretern der Sicherheitsdienste am 18. Juli im Zentrum von Damaskus getötet.

Daoud Rajha, Verteidigungsminister (†)

Daoud Rajha, Verteidigungsminister (†)

Rajha wurde bei dem Selbstmordanschlag getötet.

Mohammed Ibrahim al-Shaar, Innenminister

Mohammed Ibrahim al-Shaar, Innenminister

al-Shaar wurde bei dem Anschlag verletzt und danach in das Al-Shami-Krankenhaus gebracht.

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