Bangkok wird zum Schlachtfeld Bangkok wird zum Schlachtfeld

Trotz Aufgabe

 

 

Bangkok wird zum Schlachtfeld

Nach der Aufgabe und Verhaftung der politischen Führung der thailändischen Protestbewegung haben im Bangkoker Geschäftsviertel schwere Kämpfe zwischen Regierungstruppen und militanten Rothemd-Mitgliedern getobt. Über ein Dutzend Gebäude, darunter die Börse, mehrere Banken, der Hauptsitz der Städtischen Stromversorgung, ein TV-Sender und eine Luxus-Einkaufsmeile wurden am Mittwoch in Brand gesteckt. Dicke Rauchwolken standen über der Zehn-Millionen-Einwohnerstadt.

Österreicher in Sicherheit
Die Auslandsösterreicher in Bangkok sind in Sicherheit, unter den Toten und Verletzten der Kämpfe befinden sich nach Informationen der österreichischen Botschaft keine Österreicher. Nichtsdestotrotz riet Botschafter Johannes Peterlik Österreichern in der thailändischen Hauptstadt am Mittwoch, lieber noch den ganzen Tag in ihren Wohnungen zu bleiben. Obwohl sich die Kämpfe der vergangenen Tage zum Teil in unmittelbarer Nähe der Botschaft abgespielt hatten, sei das Botschaftspersonal in Sicherheit und das Gebäude selbst nicht gefährdet gewesen.

Mindestens sechs Menschen, darunter ein italienischer Fotojournalist, wurden getötet, 60 weitere verletzt. Nach der Aufgabe der Führung der Rothemden durchbrachen Panzerfahrzeuge Barrikaden in dem Geschäftsviertel Rajprasong. Auch in anderen, bisher nicht betroffenen Teilen Bangkoks und im Nordosten des Landes gab es Zusammenstöße. Nach neun Stunden schwerer Kämpfe teilten die Streitkräfte mit, sie hätten die Lage in dem belagerten Geschäftsviertel unter Kontrolle. Die Regierung verhängte ein Ausgehverbot von acht Uhr abends bis sechs Uhr früh.

Reisende sollen in Bangkok trotz der Ausgangssperre zum Flughafen gelangen können. Wer in der von schweren Unruhen erschütterten thailändischen Hauptstadt einen Pass und Reisedokumente vorweisen könne, dürfe seine Unterkunft verlassen, sagte Regierungssprecher Panitan Wattanayagorn am Mittwoch in Bangkok.

Seit Donnerstag sind in Bangkok rund 40 Menschen getötet worden. Seit sechs Wochen hatten mehrere tausend Demonstranten das Rajprasong-Viertel besetzt und zunächst friedlich den Rücktritt der Regierung und Neuwahlen gefordert.

Widerstand beendet
Sieben Führer der Protestbewegung erklärten den Widerstand für beendet. "Wir wollen weitere Verluste unserer Brüder und Schwestern unter den Rothemden verhindern", sagte Weng Tojirakarn. Natawut Saikua sagte: "Wir haben unser Bestes getan." Im Geschäftsviertel der Hauptstadt hatten sich zuletzt noch rund 3.000 Regierungsgegner verbarrikadiert.

Die Erklärung rief Unmutsäußerungen bei den Regierungsgegnern hervor. Schon kurz danach explodierten mehrere Granaten im Stadtzentrum von Bangkok. Auch die Zentrale des örtlichen Fernsehsenders Channel 3 wurde von Rothemden angegriffen, wie Mitarbeiter des Senders mitteilten. Die Regierungsgegner setzten Autos auf dem Parkplatz in Brand und drangen in das Gebäude ein. Eine Stunde später schlugen Flammen aus dem Gebäude und die Übertragung des Senders brach ab. Mitarbeiter wurden mit Hubschraubern evakuiert oder flüchteten zu Fuß. Auch die in der Nähe angesiedelte englischsprachige Zeitung "Bangkok Post" brachte ihre Belegschaft in Sicherheit.

Vermittlung abgelehnt
Die Regierung hatte am Dienstag eine Vermittlungsinitiative des Parlaments zur Überwindung des Machtkampfs mit der Protestbewegung abgelehnt. Vor der Aufnahme von Gesprächen müsse erst deren Widerstandscamp aufgelöst werden, erklärte Kabinettsminister Satit Wonghnongtaey. Die "Rothemden" hatten zuvor bedingungslosen Verhandlungen unter Vermittlung des Senats, der zweiten Parlamentskammer, zugestimmt. Hintergrund des weiter schwelenden Konflikts sind die Gegensätze zwischen der verarmten Landbevölkerung und den städtischen Eliten, die auch die Regierung stellen.

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