US-Präsident Barack Obama hat den amerikanischen Kampfeinsatz im Irak
offiziell für beendet erklärt. "'Operation Iraqi Freedom' ist
zu Ende und das irakische Volk trägt jetzt die Hauptverantwortung für die
Sicherheit seines eigenen Landes", sagte Obama am Dienstag in einer
direkt im Fernsehen übertragenen Rede. Damit habe er ein Wahlversprechen
eingehalten. Nun habe die Wiederherstellung der US-Wirtschaft höchste
Priorität, erklärte Obama weiter.
Abzug bis Ende 2011 Die USA haben gegenwärtig noch 50.000
Soldaten im Irak stationiert, die sich nun auf die Ausbildung der
einheimischen Streitkräfte konzentrieren sollen. Der komplette Abzug ist für
Ende 2011 geplant. Wenige Wochen vor den Kongresswahlen sind allerdings
weniger die Kriege in Afghanistan und im Irak das bestimmende Thema in der
amerikanischen Innenpolitik, sondern die schwierige wirtschaftliche Lage.
Obamas Demokraten drohen empfindliche Verluste in beiden Kammern.
Kampf gegen Terror geht weiter Nach siebeneinhalb Jahren seien
die Kampfeinsätze der US-Truppen zu Ende, sagte der US-Präsident. Allerdings
räumte er ein, dass es nach wie vor Gewalt im Irak gebe. Auch der Kampf
gegen das Terrornetzwerk Al-Kaida gehe weiter. Daher würden die USA dem Irak
weiter beistehen. "Unsere Kampfmission geht zu Ende, nicht aber unsere
Verpflichtung für die Zukunft des Iraks", sagte Obama.
Zugleich machte Obama klar, dass er an dem Abzugstermin aus Afghanistan
festhalte. Dort sollten die US-Truppen sich ab Juli 2011 zurückziehen. Die
Geschwindigkeit des Abzuges werde allerdings von den Verhältnissen in dem
Land abhängen. Er appellierte aber auch an die eigene Verantwortung.
Führungsanspruch Obama betonte neuerlich den
Führungsanspruch Amerikas in der Welt. Ausdrücklich nannte er das Eintreten
für Frieden im Nahen Osten. "Ein neuer Anstoß" für
Frieden in Nahost beginne an diesem Mittwoch in Washington, meinte er mit
Blick auf die neue Runde der Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern.
Eindringlich verwies Obama auf die schwierige Wirtschaftslage im eigenen
Land. Auch nach der Rezession gebe gebe es "große Unsicherheit für
viele Amerikaner." Der Führungsanspruch der USA lasse sich dauerhaft
nur durchsetzen, wenn es Amerika wirtschaftlich gut geht.