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Batman-Killer droht die Todesstrafe

Prozessstart

Batman-Killer droht die Todesstrafe

Zweieinhalb Jahre nach dem Überfall auf eine Kino-Vorstellung in Aurora im US-Bundesstaat Colorado, bei dem zwölf Menschen erschossen und 58 weitere verletzt wurden, beginnt am Dienstag in Denver der Prozess gegen den 27 Jahre alten Täter. Dessen Verteidigung plädiert auf Zurechnungsunfähigkeit. Gestartet wird mit der Auswahl der Geschworenen - ein umständlicher Prozess, der Monate dauern dürfte.

Jury entscheidet
Hunderte zu dem Auswahlverfahren geladene Bürger müssen zunächst Fragebögen ausfüllen. Die eigentliche Befragung der potenziellen Jury-Mitglieder soll etwa Mitte Februar beginnen. Die zwölf Geschworenen werden über das Schicksal des jungen Mannes zu entscheiden haben, dem im Fall eines Schuldspruchs die Todesstrafe droht. Ein Urteil dürfte es kaum vor Jahresende geben.

Die Tat hätte einem Horrorfilm entspringen können: Mit Gasmaske und Schutzweste drang der Täter während einer "Batman"-Vorstellung in das Kino ein, warf Rauchbomben, versprühte Tränengas. Einige Kinobesucher glaubten zunächst, alles sei nur ein ganz besonderer Werbegag - bis die tödlichen Schüsse durch das Kino peitschten. Zehn Menschen starben noch im Kino - unter ihnen ein sechsjähriges Mädchen.

Frage um Schuldfähigkeit
Bereits vor Prozessbeginn zeichnete sich ab: Das schwerste Stück Arbeit dürfte es werden, die Schuldfähigkeit des Angeklagten zu prüfen. Die Verteidigung plädiert auf Zurechnungsunfähigkeit. So habe sich Holmes vor seiner Tat einer Psychologin der Universität offenbart - diese habe die Universität über die Gefährlichkeit des jungen Mannes unterrichtet. Medienberichten zufolge bot die Verteidigung bereits an, dass sich ihr Mandant schuldig bekennen könne - wenn die Staatsanwaltschaft im Gegenzug auf die Forderung nach der Todesstrafe verzichten würde. Aus einem solchen Deal wurde bisher nichts.

Die Staatsanwaltschaft will in dem Prozess betonen, dass Holmes seine Tat monatelang plante, sich ein Arsenal an Waffen sowie Tausende Schuss Munition zulegte und seine Wohnung mit mehreren Sprengfallen versah, die offensichtlich für die Ermittler gedacht waren. Das lasse auf scharfen Verstand und Schuldfähigkeit schließen. Die Verteidigung sieht das anders: Holmes habe den Amoklauf während einer besonders psychotischen Phase begangen. Medienberichten zufolge hatte sich der Täter der Polizei mit dem Hinweis ergeben, er sei der Bösewicht und Batman-Gegenspieler "Joker".

VIDEO: "Batman-Killer" James Holmes im Gericht

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