Bauern: Verursacher sollen zahlen

Dioxin-Skandal

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Bauern: Verursacher sollen zahlen

Im Dioxin-Skandal will der Deutsche Bauernverband (DBV) Entschädigung von den Verursachern. Die in den Fall verwickelte Firma Harles und Jentzsch in Schleswig-Holstein wies Berichte um eine Insolvenz zurück. Die Lebensmittelkontrolleure schlugen unterdessen Forderungen nach einer besseren Überwachung der Branche aus: Es gebe gar nicht genug Kontrolleure, um alle Betriebe der Branche effektiv zu prüfen, hieß es beim deutschen Bundesverband.

"Schnell 10.000 bis 20.000 Euro Verlust"
"Für die Verluste der Bauern, die ihr Geflügel keulen und ihre Eier vernichten müssen, werden die Verursacher des Schadens aufkommen müssen", sagte der Generalsekretär des Bauernverbandes, Helmut Born, der "Berliner Zeitung". "Wir werden uns juristisch an der Mischfutterindustrie schadlos halten." Nach seiner Einschätzung kann die Sperrung eines Hofs dessen Besitzer "sehr schnell 10 000 oder 20  000 Euro Umsatz" kosten.

Futtermittelzulieferer Harles und Jentzsch arbeitet weiter
Der in den Dioxin-Skandal verwickelte Futtermittelzulieferer Harles und Jentzsch in Schleswig-Holstein wandte sich gegen Berichte, wonach eine Insolvenz unmittelbar bevorstehe. "Es ist nicht so, wir arbeiten weiter", sagte Geschäfstführer Siegfried Sievert. Futtermittel würden zur Zeit nicht verkauft, aber das Geschäft mit technischen Fettsäuren sichere die Existenz. Die Firma aus Uetersen hatte die Verunreinigung von Futtermitteln mit Dioxin bei einer Routineuntersuchung festgestellt und gemeldet. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe ermittelt gegen die Unternehmens-Leitung.

150.000 Tonnen Futter verseucht
Von dem Dioxin-Skandal sind mindestens neun Bundesländer betroffen. Bis zu 150.000 Tonnen Futter mit krebserregendem Dioxin sind in Deutschland in Unmengen von Schweinefleisch und Geflügelprodukten gelangt. Auch in die Niederlande kamen nach Erkenntnissen der EU-Kommission möglicherweise 136.000 dioxinverseuchte deutsche Eier. Sie seien aber nicht in den Handel gekommen, sagte der Sprecher von EU-Verbraucherkommissar John Dalli am späten Mittwochabend. Das ganze Ausmaß des Skandals war weiter unklar.

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