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Bayerns Minister will Scientology-Verbot

Gefahr für Psyche

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Bayerns Minister will Scientology-Verbot

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) macht sich für ein Verbot der umstrittenen Scientology-Organisation stark. "Ich persönlich bin ganz klar für ein Verbot von Scientology", sagte Herrmann am Donnerstag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in München. Scientology sei ganz eindeutig eine verfassungsfeindliche und menschenverachtende Organisation und stehe "mit Grundprinzipien unserer Demokratie auf Kriegsfuß". "Das ist keine Kirche, sondern eine Organisation mit verfassungsfeindlichen Bestrebungen." Scientology stelle eine große Gefahr für die Psyche vieler Menschen dar, warnte der Innenminister.

Verbot diskutieren
Herrmann räumte ein, dass es bisher deutschlandweit keine Mehrheit in der Politik für ein Verbot von Scientology gebe. Man werde ein Verbot aber im Kreis der Innenminister wieder diskutieren. Der CSU-Politiker fügte aber auch hinzu, dass schon die Diskussion über ein Verbot eine abschreckende Wirkung habe. "So können wir noch mehr Menschen auf Distanz zu Scientology halten." Als "völlig absurd" kritisierte Herrmann, dass ein Vorgehen gegen Scientology in Deutschland von den USA als Verstoß gegen die Religionsfreiheit kritisiert werde - nur weil die Organisation dort als Religionsgemeinschaft anerkannt sei. Scientology habe aber "mit anderen Religionen überhaupt nichts zu tun", erklärte der Minister. "Das ist alles nur vorgeschoben."

Herrmann betonte, es sei "jedenfalls dringend notwendig, dass wir die Menschen in Deutschland mit allem Nachdruck vor den gefährlichen Zielen dieser Organisation warnen". Scientology propagiere eine Lehre, die allein die Starken, Klugen und Mächtigen favorisiere. Die Organisation stehe damit in keiner Weise für den im Grundgesetz festgeschrieben unumstößlichen Grundsatz der Gleichberechtigung.

Gesellschaft unterwandern
Zudem strebe Scientology an, die Gesellschaft zu unterwandern - was ihr in Deutschland allerdings nicht gelinge. Von einer massiven Einflussnahme auf das öffentliche Leben könne in Deutschland nach wie vor keine Rede sein. Denn bisher sei es den Behörden, unter anderem dem Verfassungsschutz, bestens gelungen, das zu verhindern, betonte der Innenminister. Und diesen Kampf werde man auch weiterhin führen - und Scientology selbstverständlich weiterhin beobachten lassen.

Herrmann begrüßte das am Montagabend in der ARD ausgestrahlte, von der Organisation heftig kritisierte Drama "Bis nichts mehr bleibt" über das Schicksal von Scientology-Aussteigern. Schließlich habe der Film einem großen Publikum die Gefahren von Scientology nahegebracht - und gleichzeitig deutlich gemacht, welchen "Unfug" die Organisation als Lehre verbreite.

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