Bin Laden starb, weil er Hände nicht hob

CIA-Boss packt aus

Bin Laden starb, weil er Hände nicht hob

Jetzt werden immer Details der US-Kommandoaktion im pakistanischen Abbottabad bekannt, die zum Tod des meistgesuchten Terroristen der Welt führte. Wie CIA-Chef Panetta nun im "Time"-Magazin erklärte, starb Osama Bin Laden, weil er sich weigerte, seine Hände in die Höhe zu heben. "Hätte er die Hände hoch gehoben und sich ergeben, hätten wir ihn festgenommen. Doch dazu kam es nicht". In dem Fall hieß der Befehl, Bin Laden zu töten, so Panetta. Kurz später meldete der CIA-Boss ins Weiße Haus: "Geronimo Echo Kilo India Alpha": Die Buchstaben stehen für "Enemy Killed In Action" - Feind im Kampf getötet. Nun ist auch bestätigt, dass Bin Laden nicht bewaffnet war.

Wann treten USA Fotobeweis an?
Das verstümmelte, blutige Gesicht mit dichtem Bart hätte dem toten Osama bin Laden gehören können. Mehrere pakistanische Fernsehsender zeigten dieses Bild, als der Al-Kaida-Chef von einem US-Kommando erschossen wurde. Kurz darauf mussten die Sender zurückrudern - sie waren einer Fälschung aufgesessen.

falscher_bin_laden.jpg
Gefälschtes Bild: Dies ist nicht Osama Bin Laden (c) AP

Der Wunsch nach Beweisen für den Tod des meistgesuchten Terroristen der Welt ist groß, doch die USA halten sich (noch)  zurück. Schon sind Verschwörungstheoretiker am Werk, die Lücken mit kruden Erklärungen zu füllen.
 

Anblick ist "grauenvoll"
Im Weißen Haus diskutierten Mitarbeiter von Präsident Barack Obama, ob sie Fotos des toten Bin Laden veröffentlichen sollten. Die Bilder des in den Kopf geschossenen Al-Kaida-Chefs seien "grauenvoll", sagte Sprecher Jay Carney. Obamas Anti-Terror-Berater John Brennan hatte zuvor eine Veröffentlichung nicht ausgeschlossen, um Zweifel am Tod des Drahtziehers der Anschläge vom 11. September 2001 auszuräumen. Auch Videomaterial von der Kommandoaktion und Bilder des Seebegräbnisses könnten gezeigt werden.

Dilemma
Die US-Regierung steht vor einem Dilemma: Einerseits verlangt die Welt nach Klarheit, andererseits fürchtet sich Washington vor den Reaktionen in der islamischen Welt. Dabei griffen die USA bereits öfter zum Foto als Beweismittel für das Ableben von Erzfeinden: Während des Irak-Kriegs veröffentlichten sie 2003 schockierende Bilder von Saddam Husseins getöteten Söhnen Udai und Kusai, die schwer entstellt waren. Im Juni 2006 zeigte das US-Militär Fotos des bei einem Bombenangriff umgekommenen irakischen Al-Kaida-Chefs Abu Mussab al-Zarkawi. Ein Bild vom gehängten Saddam Hussein sickerte im Jänner 2007 ebenfalls durch, auch wenn die damalige US-Regierung sich darüber unglücklich zeigte.

 Das Weiße Haus sagt, Bin Laden sei eindeutig identifiziert worden: Vor Ort nach dem Feuergefecht, mit einer ausgeklügelten Fotoerkennungstechnik, schließlich zu 99,9 Prozent per DNA-Test. Doch selbst wenn die US-Regierung dies alles veröffentlichen würde - ganz unterbinden wird sie die Spekulationen ohnehin nicht können.

Obama populär wie nie
Obamas Popularität ist ersten Umfragen zufolge in die Höhe geschnellt. Laut "Washington Post" liegt der Präsident nun bei 56 %. Das ist ein Plus von fast 10 %. Der Tod von Osama Bin Laden nimmt seinen schärfsten Kritikern den Wind aus den Segeln. Vor allem Republikaner hatten Obama wiederholt für seine zu unentschlossenen Auslands-Politik gerügt.
 

Bush feiert nicht mit Obama zusammen
Der ehemalige US-Präsident George W. Bush hat unterdessen eine Einladung seines Nachfolgers Barack Obama zum gemeinsamen Besuch von Ground Zero in New York ausgeschlagen. "Präsident Bush wird am Donnerstag nicht zugegen sein", zitierte die "New York Times" am Mittwoch Bushs Sprecher David Sherzer.

Gedenken an Ground Zero
Obama will sich am Donnerstag - vier Tage nach der Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden durch ein US-Sonderkommando in Pakistan - mit Angehörigen der Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 treffen. Bin Laden gilt als Hauptdrahtzieher der Anschläge, bei denen allein in New York etwa 2.600 Menschen ums Leben gekommen waren.

56 Millionen Euro sahen Obamas Rede
Mehr als 56 Millionen Amerikaner verfolgten die Ansprache von US-Präsident Barack Obama zur Tötung von Terroristenführer Osama bin Laden mit. Das gab das Marktforschungsunternehmen Nielsen am Dienstag bekannt. Die neunminütige Rede am Sonntag kurz vor Mitternacht (US-Ostküstenzeit) war von neun Fernsehsendern live übertragen worden, berichtete das US-Branchenblatt "Variety".

Trotz der späten Sendezeit war die Einschaltquote mehr als doppelt so hoch wie bei Obamas Ansprache zum Konflikt in Libyen Ende März. Im Dezember 2009 waren rund 40 Millionen Menschen dabei, als Obama seine Pläne für Afghanistan in einer Fernsehansprache vorstellte. Zum Vergleich: Der Superbowl 2011 im Februar war die meistgesehene Sendung in der US-Fernsehgeschichte. 111 Millionen Zuschauer verfolgten das Endspiel der National Football League NFL am Bildschirm mit.

Versteck abgeriegelt
Im pakistanischen Abbottabad hat die Polizei am Mittwoch rings um das Anwesen, in dem Terrorchef Osama bin Laden aufgespürt und getötet wurde, die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Nachdem am Vortag hunderte Menschen zu dem Gelände geströmt waren, sperrte die Polizei das Gebiet am Mittwoch in der Früh für die Öffentlichkeit und für Medienvertreter weitläufig ab.

Diashow 1-Mio-Dollar-Haus: So lebte Osama bin Laden

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

Die Grafik illustriert die Festung.

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

Das Satellitenbild zeigt das mehrere Hektar große Grundstück.

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

Bin Laden wählte den Ort Abbottabad, eine Garnisonsstadt in Pakistan, als Versteck.

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

Die Umgebung: Bin Laden lebte praktisch mitten in urbanem Gebiet.

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

Weit und breit keine Spur von Höhlen: Der Terror-Pate fühlte sich offenbar sicher.

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

Das Haus war schwerstens gesichert: Hohe Mauern, Stacheldraht.

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

Fünf Meter hoch waren die Mauern des Grundstücks.

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

Auch von außen kaum einsehbar: Die Bevölkerung dachte, hier wohnt "jemand wichtiges". Doch dass es sich um den meistgesuchten Terroristen der Welt handelte, war niemandem klar.

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

Die Villa wurde vor ein paar Jahren extra für Osama gebaut.

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

Hier fand der Einsatz der US-Armee statt.

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

In seinem Versteck wurde Osama Bin Laden getötet.

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

Das Hauptgebäude umfasst drei Stockwerke und hat nur wenige Fenster.

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

Das Haus ist nach Schätzungen eine Million Dollar (672.948 Euro) wert.

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

Bei dem Einsatz der US-Navy Seals wurde Bin Laden per Kopfschuss getötet.

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

Die Karte zeigt den genauen Ort, wo Osama die letzten Jahre lebte,

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

Auf die Spur kamen ihm die USA bereits im vergangenen August.

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

Ein Bote des Terrorpaten brachte den entscheidenden Hinweis.

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

An seine Fersen heftete sich der Geheimdienst.

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

US-Präsident Obama gab schließlich vor einer Woche den Tötungsbefehl.

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

Kaum jemand hätte gedacht, dass der Terror-Pate hier lebt.

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

Was George W. Bush nicht gelungen ist, vollendet nun sein Nachfolger Obama.

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

Bei Amtsantritt hat Obama angekündigt, Osama zu töten. Am 2. Mai 2011 setzte er seine Angekündigung in die Tat um.

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

Die radikalislamischen Taliban drohen mit Vergeltung.

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

Führende pakistanische Politiker, an ihrer Spitze Präsident Asif Ali Zardari, und das Militär würden als erste angegriffen, sagte ein Sprecher der pakistanischen Taliban.

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

Kommt nun eine neue Welle des Terrors?

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

"Tot oder lebendig" wollte Obamas Vorgänger Bush den Terrorchef. Aber er konzentrierte sich hauptsächlich - oder, wie seine Kritiker sagen, stattdessen - auf den irakischen Diktator Saddam Hussein. Obama hingegen machte von vornherein klar: Sein Krieg findet am Hindukusch statt.

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

Ob nun das Terror-Netzwerk Al-Kaida geschlagen ist, wird sich erst zeigen.

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

Bei dem Angriff auf das Haus Bin Ladens ist offenbar auch ein US-Heli abgestürzt.

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

Jetzt sind zehn Jahre Jagd auf den Terror-Paten vorbei.

Terror-Fürst bewohnte drei Stock hohes Anwesen

Eine US-Spezialeinheit brachte Bin Laden um.

1 / 30



 

Autor: oe24.at
Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden

Anzeigen

Werbung

Jetzt Live
Diese Videos könnten Sie auch interessieren
Wiederholen
Jetzt NEU

oe24.TV im Livestream: 24 Stunden News!

Live auf oe24.TV 1 / 10

Top Gelesen 1 / 5

  Diese Website verwendet Cookies. Durch die Verwendung dieser Website stimmen Sie dem damit verbundenen Einsatz von Cookies zu.

Es gibt neue Nachrichten
auf oe24.at
Jetzt Startseite laden
Abbrechen