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Blutbad in Donezk: 40 Tote

Ukraine-Krise

Blutbad in Donezk: 40 Tote

Die ukrainische Armee hat am Dienstag ihre Angriffe gegen die militanten Separatisten im Osten des Landes fortgesetzt. Bei Kämpfen in der Industriemetropole Donezk wurden nach Darstellung prorussischer Separatisten seit Montag zwischen 30 und 35 ihrer Kämpfer getötet. Die OSZE meldete, den Kontakt zu einem ihrer Beobachterteams verloren zu haben, das in der Nähe von Donezk unterwegs war.

Bisher keine Kommunikation zum Team
Das Team aus vier Mitgliedern sei auf einer Patrouillenfahrt gewesen, als der Kontakt am Montagabend gegen 18.00 Uhr abgebrochen sei, teilte die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) mit. Bisher sei es nicht gelungen, die Kommunikation wiederherzustellen. Bereits Ende April waren internationale Militärbeobachter, darunter vier Deutsche, von Separatisten in Slawjansk tagelang als Geiseln festgehalten worden.

Mindestens 40 Tote
Der Bürgermeister von Donezk sprach am Dienstag von 40 Toten, darunter zwei Zivilisten. Der gewählte Präsident Petro Poroschenko bezeichnete die Separatisten als Banditen und Terroristen, mit denen er nicht verhandle. Zugleich kündigte er am Montag an, deren Revolte mit einer robusten Militäraktion binnen Stunden niederzuschlagen. Russlands Präsident Wladimir Putin forderte dagegen einen sofortigen Stopp der Militäraktion im Südosten der Ukraine.

Flughafen wieder unter Regierungs-Kontrolle

Die Sicherheitskräfte gingen mit Luftangriffen und Fallschirmjägern gegen die Separatisten vor, die am Montag den Flughafen von Donezk erobert hatten. Am Dienstag erklärte Innenminister Arsen Awakow in Kiew, der Flughafen sei wieder vollständig unter der Kontrolle der Regierung. Der stellvertretende Ministerpräsident Witali Jarema kündigte an, "die Operation gegen die Terroristen" werde so lange fortgesetzt, bis kein einziger mehr auf ukrainischem Territorium sei.

Putin forderte ein "sofortiges Ende" des Militäreinsatzes gegen die Aufständischen im Osten der Ukraine. Der Präsident habe in einem Telefonat mit dem italienischen Regierungschef Matteo Renzi zudem einen "friedlichen Dialog" zwischen der Regierung in Kiew und den Regionen im Südosten des Landes gefordert, teilte der Kreml am Dienstag mit.

Kiew: Keine bilateralen Verhandlungen mit Russland
Der ukrainische Übergangsregierungschef Arseni Jazenjuk lehnt dagegen direkte Verhandlungen mit Russland über den Konflikt im Osten des Landes ab. Zum jetzigen Zeitpunkt seien bilaterale Verhandlungen ohne die USA und die EU "ausgeschlossen", sagte Jazenjuk in Kiew bei einem Treffen mit seinem Kabinett.

Ein hartes Ringen lieferten sich beide Staaten weiter in den Verhandlungen über künftige Gaslieferungen. Russlands Gaskonzern Gazprom fordert die Begleichung ausstehender Rechnungen und will künftig nur noch gegen Vorkasse liefern. In den von der Europäischen Union (EU) vermittelten Verhandlungen wirft die Ukraine Russland vor, 2,2 Mrd. Kubikmeter Erdgas im Wert von rund einer Milliarde Dollar (733,41 Mio. Euro) gestohlen zu haben. Dabei geht es um eine Lagerstätte vor der Halbinsel Krim, die Russland nach einem Referendum in sein Staatsgebiet eingegliedert hat. Solange Russland dieses Gas nicht zurückgebe, könne es in den Verhandlungen keine Fortschritte geben, sagte der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk.

Ein Vermittlungsvorschlag der EU sieht vor, dass die Ukraine zwei Mrd. Dollar ihrer Schulden bis Donnerstag zahlt. Weitere 500 Mio. Dollar sollten bis zum 7. Juni fällig sein. Der ukrainische Gaskonzern Naftogaz erklärte am Dienstag jedoch, bei den Verhandlungen am Vortag in Berlin habe es keinen wirklichen Fortschritt gegeben.

 

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