Blutbad vor der Feuerpause

Krieg in der Ukraine

Blutbad vor der Feuerpause

Bis wenige Stunden vor Beginn der vereinbarten Waffenruhe verschärften  sich die erbitterten Kämpfe in der Ostukraine besonders verschärft. Der strategisch wichtige Verkehrsknotenpunkt Debalzewo stand unter Dauerbeschuss der pro-russischen Rebellen, 120  Angriffe rollten. Es hagelte Raketen und Granaten in Wohngebiete und Stellungen der ukrainischen Armee – und das, obwohl die Separatisten in Minsk dem Waffenstillstandsabkommen zugestimmt haben.

  • In dem Ort Artemiwask schlug ein Geschoss vor einem Kindergarten ein. Ein Siebenjähriger wurde getötet, mehrere Kinder schwer verletzt – ein Blutbad.
  • Innerhalb von 24  Stunden wurden nach Abschluss des Waffenstillstandsvertrages 3628  Soldaten und Zivilisten getötet, darunter a worden. Auf Seiten der Rebellen fielen 14 Rebellen.
  • Zusätzlich sollen 8.000 ukrainische Soldaten in der Stadt Debalzewo eingekesselt sein. Erobern die Rebellen den Verkehrsknotenpunkt, haben sie eine direkte Verbindung zwischen Lughansk und Donezk. Der gesamte Osten wäre von Kiew abgeschnitten. Außerdem kontrollieren die Rebellen bereits 400  Ki­lometer der gemeinsamen Grenze mit Russland. Noch während in Minsk eine Feuerpause verhandelt wurde, rollten hier Panzerkolonnen aus Russland in die Ost-Urkraine.

 

Ukraines Präsident der Ukraine 
droht mit dem Kriegsrecht
Scheitern. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat bei einem Scheitern der geplanten Waffenruhe erneut mit der Einführung des Kriegsrechts im ganzen Land gedroht: „Wenn es keinen Frieden gibt, müssen wir die sehr schwere, aber notwendige Entscheidung treffen“, bekräftigte Poroschenko am Samstag in Kiew.

Die Waffenruhe sieht den Abzug aller schweren Waffen und die Errichtung einer 15- Kilometer- Pufferzone vor. Heute wird sich auch der UN-Sicherheitsrat in einer Dringlichkeitssitzung mit dem Friedensplan für die Ostukraine befassen. K. Wendl

Interview mit Russland-Experten Gerhard Mangott

ÖSTERREICH: Was erwarten Sie vom Waffenstillstand?
Gerhard Mangott: Putin hat in Minsk gerade darauf gedrängt, ihn um zehn Tage zu verschieben. Der Vertrag von Minsk war sicher kein Durchbruch, aber ein Hoffnungsschimmer.

ÖSTERREICH: Angela Merkel hat ihr gesamtes politisches Gewicht in die Verhandlungen geworfen. Wie bewerten Sie ihre Rolle?
Mangott: Sie hat Sorge vor zwei Entwicklungen: Einerseits, dass die militärische Lage in der Ostukraine völlig eskaliert. Und andererseits sorgt sie sich um die intensiver werdende Debatte um die Bewaffnung der ­Ukraine in den USA. Sie ist sicherlich die einzige europäische Regierungschefin, die in der Ukrainekrise genügend Profil und Format bewiesen hat. Aber auch ­ihre Grenzen wurden in Minsk aufgezeigt.

ÖSTERREICH: Was will Putin eigentlich erreichen?
Mangott: Putin hat nicht die Absicht, die Region in den russischen Staatsverband zu integrieren, wie er das mit der Krim getan hat. Er verwendet den offenen Konflikt, um die Einbindung der Ukraine in den Westen zu verhindern. Insofern ist er erst dann an ­einer Lösung interessiert, wenn er dieses übergeordnete Ziel erreicht hat.

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