Bosnien: 750.000 Waffen im illegalen Besitz

Kriminalität

Bosnien: 750.000 Waffen im illegalen Besitz

Gut 20 Jahre nach Kriegsende sollen sich in Bosnien-Herzegowina mindestens 750.000 Stück Waffen im illegalen Besitz befinden. Das Internetportal "BIRN" berichtete das am Mittwoch unter Berufung auf Armin Krzalic, Leiter des Zentrums für Sicherheitsstudien in Sarajevo. Statistisch betrachtet würden mindestens 20 Prozent der Einwohner illegale Waffen besitzen.

Enorme Menge
Dies sei eine enorme Menge für ein Land mit weniger als vier Millionen Einwohner, erläuterte der TV-Sender N1. Und dazu kämen noch etwa 350.000 Waffen im legalen Besitz.

Gefahr
In einem Bericht zur Situation in Bosnien aus dem Vorjahr warnte die UNO, dass die Waffen im illegalen Besitz auch eine Gefahr für die Sicherheit anderer Staaten, und zwar nicht nur in der Region, darstellen würden. Auf dem Schwarzmarkt in Bosnien gekaufte Waffen wurden auch in Westeuropa - allen voran in Großbritannien, in Skandinavien und Frankreich - sichergestellt.

Zwei französische Journalisten wiesen laut einem früheren Medienbericht vor vier Jahren auf das Problem hin. Sie kauften in der einstigen bosnisch-serbischen Hochburg Pale bei Sarajevo eine Kalaschnikow zum Preis von 400 Euro und kehrten mit einem Bus mit dem Gewehr nach Paris zurück.

Terror
Nach dem Terrorangriff auf die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" stellte sich heraus, dass die verwendete Munition aus Bosnien gestammt hatte und 1986 in einem Munitionsbetrieb in Konjic hergestellt worden war. Der stellvertretende bosnische Verteidigungsminister, Zivko Marjanac, hatte damals gesagt, dass sich solche Munition sowohl in den Lagerstätten der bosnischen Streitkräfte wie auch in vielen Haushalten befinden würde.

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