Bürger entschuldigen sich für Attacke auf Flüchtlinge

Nach Bus-Skandal

Bürger entschuldigen sich für Attacke auf Flüchtlinge

Das deutsche Bundesland Sachsen kämpft mit seinem Ruf. Nirgendwo sonst in der Bundesrepublik werden Flüchtlinge so sehr angefeindet, wie hier. Vor zwei Wochen hat ein rechter Mob in Clausnitz ankommende Flüchtlinge heftig angepöbelt und eingeschüchtert. Selbst die Polizei griff zu harten Maßnahmen gegen die Schutzsuchenden, um sie in ihre Unterkunft hineinzubekommen.

Interessierte Bürger
Das wollen jetzt viele Clausnitzer nicht einfach so vergessen und bemühen sich um eine Wiedergutmachung. Interessierte Bürger haben sich zur Flüchtlingsunterkunft begeben und bieten den Bewohnern ihre Hilfe an. „Ein Mann hat mich nach einem Teekessel gefragt. Ein anderer benötigte dringend eine SIM-Karte für sein Handy. Weil es in unserem Dorf nicht so schwer ist, an solche Dinge zu gelangen, habe ich ihnen die benötigten Utensilien besorgt.“, wie einer der Helfer erzählt.

Gespalten
Daniela Griesbach ist die Koordinatorin des Flüchtlingsheims und kümmert sich gemeinsam mit der Gemeinde um die Bewohner. Die Flüchtlinge seien traumatisiert gewesen, als sie plötzlich mit dem aggressiven Mob konfrontiert wurden, wie sie gesteht. Aber: „Mittlerweile haben sie diesen Abend verarbeitet. Ein Kind war schon in der Schule. Viele denken darüber nach, hier zu bleiben und planen ihre Zukunft.“, wie Griesbach mitteilt. Dennoch sei die Stimmung vor Ort gespalten. Zwar sei eine große Hilfsbereitschaft bei einem Teil der Dorfbewohner enthalten, ein anderer Teil wiederum ist zurückhaltend und meidet den Umgang mit den Flüchtlingen, so die Koordinatorin weiter.

In der örtlichen Sporthalle lässt man sich dagegen von den Hetzern nicht einschüchtern. Sie bieten den bewegungsbedürftigen Flüchtlingskindern die Möglichkeit an, aus sich hinauszugehen.

Weltoffen
Der Bürgermeister von Clausnitz, Michael Funke, wünscht sich ein friedliches Zusammenleben für seine Gemeinde. Er sei sehr wütend über den feindseligen Empfang von vor zwei Wochen gewesen. „Jeder der Clausnitz kennt, weiß, wie weltoffen und freundlich wir sind. Ich möchte daher jeden Menschen weltweit hier hin einladen, damit wir dies beweisen können.“

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