Chaos am Flughafen von Kairo

Auseinandersetzungen

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Chaos am Flughafen von Kairo

Tausende Ausländer sind am Montag zum Flughafen in Kairo gekommen, um dem allgemeinen Chaos im Land auf dem Luftweg zu entfliehen. Bei vielen lagen die Nerven blank, und es kam zu Auseinandersetzungen zwischen den Passagieren. Zeitweise schalteten die Flughafenbetreiber die Anzeigetafel ab, um die Lage zu beruhigen - keine gute Idee, denn die Menge wurde ohne Informationen über Verspätungen und Streichungen nur nervöser.

Die Check-in-Schalter waren zudem unterbesetzt, weil viele Bedienstete der Airlines durch die Ausgangssperre, den zusammengebrochenen öffentlichen Verkehr oder durch das allgemeine Chaos nicht zu ihrem Arbeitsplatz kamen. "Das ist ein Zoo, was für ein Durcheinander", sagte Justine Khanzadian. Die 23-jährige Studentin an der Amerikanischen Universität in Kairo war in der Hoffnung an den Flughafen gekommen, das Land verlassen zu können. "Ich habe mich entschieden, das Land zu verlassen, weil es einfach nicht stabil genug ist, um zu bleiben."

Zahlreiche Regierungen - darunter auch Österreich - schickten eigens gecharterte Flugzeuge oder Militärmaschinen nach Kairo, um ihre Landsleute auszufliegen. Ein US-Militärflugzeug mit 42 Angestellten der US-Botschaft in Kairo und deren Angehörigen landete am Montag auf Zypern. Insgesamt hätten über 2.400 amerikanische Staatsbürger bei der Botschaft um Hilfe bei der Ausreise gebeten, teilte das US-Außenministerium mit. Mehr als 220 hätten das Land bereits verlassen. Am Montag sollten demnach 900 US-Bürger ausgeflogen werden, am Dienstag weitere 1.000. Den Ausreisewilligen empfehlen die US-Diplomaten, Nahrungsmittel und Wasser an den Flughafen mitzunehmen und sich auf lange Wartezeiten einzustellen.

Nach dem Ende der 14-stündigen Unterbrechung des Betriebs konnten in den folgenden 20 Stunden nur 26 von 126 angesetzten Flügen der Egypt Air abfliegen, teilte ein Mitarbeiter des Flughafens mit. Gegen Mittag sorgte das Gerücht, Deutschland, Dänemark, China, Großbritannien und Kanada würden Flugzeuge schicken, für Aufregung im neuen Terminal drei des Flughafens der Hauptstadt. In der Hoffnung auf einen Platz strömten die Abreisewilligen in Massen zu den Gates.

 

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