Chaoten zünden London an

Aufstand weitet sich aus

Chaoten zünden London an

Tausende vermummte Jugendliche zogen in einer weiteren Krawall-Nacht durch London. Mit Schlagstöcken zertrümmerten sie Auslagenscheiben, stürmten Geschäfte und Hotels, plünderten und setzten danach alles in Brand. BBC-Kameras filmten, wie Randalierer zu Hunderten durch den Stadtteil Brixton stürmten, gezielt in Läden einbrachen, ungestört Fernseher davonschleppten, Supermärkte ausräumten. Selbst in die bekannte Einkaufsstraße Oxford Street im Zentrum drangen die Chaoten vor. Hier konnte die überforderte Polizei (zunächst nur 1.000 Mann – jetzt auf 16.000 aufgestockt) den Mob allerdings stoppen.

Wenig Chancen hatten die Beamten im Stadtteil Croydon. Die Vermummten fackelten einen ganzen Straßenzug ab. Eine Frau konnte sich in der Surrey Street nur mehr durch einen Sprung aus dem ersten Stock retten. Seit Samstag wurden 450 zumeist Jugendliche festgenommen: „Unsere Zellen sind brechend voll“, sagt die britische Innenministerin Theresa May.

Diashow Neue Krawalle: Flammen über London

Flammen über London

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Plünderer durch mehrere Schüsse getroffen
Im Straßen-Schlacht- Chaos in London-Croydon kam es auch zu einem tödlichen Schusswechsel. Ein 26-Jähriger wurde mehrmals getroffen, schleppte sich noch in ein Auto, verstarb. Zwei weitere Personen in dem Wagen wurden von der Polizei verhaftet. Im Auto: Diebesgut.

Krawalle via Twitter und Facebook organisiert
Die kriegsähnlichen Ausschreitungen hatten im sozial schwachen Londoner Stadtteil Tottenham begonnen. Auslöser: der Tod eines Familienvaters, der bei einem Polizeieinsatz erschossen wurde. Seither brennt England. Via Facebook und Twitter wird gezielt zu Exzessen aufgerufen. Besonders pervers: Teilweise filmen sich die Hooligans bei ihren Plünderorgien und stellen die Videos stolz auf Facebook. Die Polizei schlägt jetzt zurück. Sie stellt Fahndungsfotos von Aufständischen ins Netz.

Die Krawalle breiteten sich gestern in der vierten Nacht auf Birmingham, West Bromwich, Liverpool und Manchester aus. Premier David Cameron brach seinen Urlaub ab, berief den Nationalen Sicherheitsrat ein. Das für heute geplante Länderspiel zwischen England und Holland wurde abgesagt: „Ursache fürs Drama“, schreibt der Guardian, „ist ein Mix aus Frust und Lust an der Gewalt.“

"Chaoten wollen nur zerstören"

Heulende Sirenen, Pannen im Verkehr, „Ausgeh-Verbot“ am Abend: Wie Österreicher in London die Unruhen auf den Straßen erleben.

„Die ganze Nacht höre ich Polizeisirenen und Hubschrauber. Abends vermeide ich, auf die Straße zu gehen“, sagt die Lehrerin Nadja Köllich (27) zu ÖSTERREICH. Seit zwei Jahren lebt die Kärntnerin in London – wie insgesamt 12.000 Österreicher, die die Unruhen live miterleben. „In der Stadt brodelt es. Sogar Schuhgeschäfte werden geplündert. Auf der Oxford Street sagten uns Polizisten, es ist besser, nach Hause zu gehen. Eine Freundin rief mich an und sagte: ‚Jetzt fackeln sie alles ab‘.“

„Straßen sind leer“
Die Kärntnerin Ulrike (23) ist Kellnerin im Parkcafé Kipferl im Stadtteil Camden: „Die Gäste bleiben bei uns aus. Die Straßen sind sehr leer. Das ist blanker Vandalismus, der von Hooligans ausgeht“, erzählt sie.

„Vandalismus“
In der Österreichischen Botschaft in London laufen die Telefone seit Samstag heiß: „Wir sind alle schockiert. Es gibt keine Reisewarnung, aber wir raten Touristen zu erhöhter Aufmerksamkeit“, sagt Elisabeth Kögler von der Botschaft. Auch im Österreicher Klub London ist man gefasst. „Es geht den Jugendlichen nur noch um Plünderungen und Zerstörung. Am meisten gefährdet sind Gegenden rund um Shops und Einkaufszentren“, meint dessen Präsident Jürgen Bischof.

K. Wendl, prj



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