China blockiert Nobelpreis-Übertragung

Zensur

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China blockiert Nobelpreis-Übertragung

Die chinesischen Behörden haben am Freitag die Live-Übertragung der Friedensnobelpreis-Zeremonie aus Olso blockiert. Der Bildschirm war sowohl beim amerikanischen TV-Nachrichtensender CNN wie auch bei der britischen BBC schwarz. Auch die Webseite des norwegischen Nobelkomitees mit der Übertragung im Internet war gesperrt. Die chinesische Zensur hatte zuvor schon die ohnehin weitreichenden Internetsperren weiter verschärft.

Mitstreiter Xiaobos inhaftiert
Vor der Nobelpreis-Zeremonie für den in China inhaftierten Bürgerrechtskämpfer Liu Xiaobo haben die chinesischen Behörden den Druck auf Regimekritiker im eigenen Land und selbst auf Landsleute in Norwegen verstärkt. Ein enger Freund des Preisträgers und Mitverfasser der "Charta 08" für Demokratie und Menschenrechte in China, Zhang Zuhua, sowie andere Aktivisten wurden durch Angehörige der chinesischen Staatssicherheit verschleppt. Chinas Regierung hat die Auszeichnung für den "Kriminellen" Liu Xiaobo als "Einmischung in innere Angelegenheiten" verurteilt.

Protest in Oslo
In Oslo protestierten Exil-Chinesen vor der Botschaft ihres Heimatlandes gegen die Inhaftierung Liu Xiaobos und die Unterdrückung der Meinungsfreiheit. Botschaftsangehörige weigerten sich, von Amnesty-International-Vertretern eine Liste mit 100.000 Protest-Unterschriften in Empfang zu nehmen.

Wie die Menschenrechtsorganisation Amnesty International berichtete, organisieren chinesische Diplomaten in Oslo Demonstrationen gegen den Nobelpreis. In Norwegen wohnende Chinesen seien unter Androhung von "ernsten Konsequenzen" aufgefordert worden, sich an den Protesten zu beteiligen. "Wir sind geschockt, dass chinesische Behörden diese repressive Atmosphäre von Peking nach Oslo bringen", sagte der norwegische Amnesty-Direktor John Peter Egnaes.

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