Cholera: UN befürchten Zehntausende Tote

Epidemie in Haiti

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Cholera: UN befürchten Zehntausende Tote

Die Vereinten Nationen (UN) haben vor einer Ausbreitung der Cholera-Epidemie in Haiti gewarnt. Eine landesweite Ausbreitung der Seuche mit Zehntausenden Toten sei eine reale Möglichkeit, erklärte die UN-Organisation für Humanitäre Hilfe (OCHA) am Montag in New York. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) meinte am Dienstag in Genf, Grenzschließungen aufgrund der Epidemie seien unnötig.

Die Lage in Haiti sei extrem ernst, sagte der OCHA-Vertreter in Haiti, Nigel Fisher. Auf der Grundlage der Erfahrung mit Seuchen in anderen Erdteilen wäre es unverantwortlich, sich nicht auf eine sehr viel größere Epidemie vorzubereiten.

Zeltstadt bedroht

Fisher äußerte die Sorge, dass die Epidemie auf die Zeltlager übergreifen könnte, die für die Erdbeben-Opfer rund um die Hauptstadt Port-au-Prince errichtet wurden. In den Lagern leben rund 1,3 Millionen Opfer des verheerenden Erdbebens vom 12. Jänner diesen Jahres. In den beengten, unhygienischen Lebensverhältnissen dieser Siedlungen könnte sich die Krankheit rasend schnell verbreiten, befürchten Experten. Bisher zählten die Gesundheitsbehörden sechs Cholera-Fälle in der Hauptstadt.

Der Generaldirektor des haitianischen Gesundheitsministeriums, Gabriel Thimote, hatte dagegen am Montag betont, die Lage entspanne sich etwas. In den vergangenen 24 Stunden seien nur noch sechs Menschen an der Cholera gestorben. 3.342 Infizierte befänden sich weiterhin im Krankenhaus.

Dominikanische Republik schließt Grenzen

Auch die WHO rechnet nach Angaben ihrer Sprecherin mit einer weiteren Ausbreitung der Cholera in Haiti. Besorgt sei die WHO darüber, dass ein großer Teil der Todesfälle in Krankenhäusern auftrat, "obwohl die medizinische Versorgung seit Ausbruch der Cholera verbessert wurde", sagte Fadela Chaïb.

Mit Blick auf die Dominikanische Republik, die vier Grenzübergänge zu Haiti teilweise gesperrt hat, sagte die WHO-Sprecherin, es bestehe "keine Notwendigkeit, die Grenzen zu schließen oder den Reiseverkehr einzuschränken, weil es in einem Nachbarland Cholera gibt". "Das sagen wir bei Cholera-Epidemien in jedem Land."

Wassertanks bereitgestellt

Nach Angaben der OCHA dürfen Menschen ohne Pass nicht mehr aus Haiti in die Dominikanische Republik einreisen. Die Nachbarländer haben einen regen Grenzverkehr, vor allem überqueren Menschen aus dem verarmten Haiti die Grenze in die vergleichsweise reichere Dominikanische Republik.
Das UN-Kinderhilkfswerk UNICEF verstärkte nach eigenen Angaben den Kampf gegen die Ausbreitung der

Cholera weiter und bemühte sich vor allem um den Schutz der Bewohner der Zeltlager. So seien in Port-au-Prince Behandlungsmöglichkeiten in fünf Cholera-Zentren geschaffen worden, außerdem habe UNICEF 15 Wassertanks zur Versorgung mit Trinkwasser in den Lagern bereitgestellt, berichtete die Organisation.

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