Christliche Frauen im Kampf gegen IS-Jihadisten

Mutig

Christliche Frauen im Kampf gegen IS-Jihadisten

Babylonia bereut nicht, dass sie Kinder und ihre Arbeit als Friseurin zurückließ, um sich der ersten christlichen Frauen-Kompanie zum Kampf gegen die IS-Jihadisten in Syrien anzuschließen. Die 36-jährige versichert: "Ich vermisse Limar und Gabriella und sorge mich, ob sie hungern, durstig sind oder frieren. Aber ich versuche ihnen zu erklären, dass ich für ihre sichere Zukunft kämpfe."

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Assyrische Christen gegen Terror-Miliz
Babylonia ist Mitglied der noch kleinen Militäreinheit assyrischer Christinnen in der Provinz Al-Hassaka im Nordosten Syriens. Sie folgen dem Vorbild der Frauen-Bataillone unter den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG). Bisher haben nur rund fünfzig Rekrutinnen die Grundausbildung abgeschlossen. Ihr Trainingszentrum ist das Gelände einer alten Mühle nahe der Stadt Al-Kahtaniya, die bei den Assyrern Kabre Hewore und auf kurdisch Tirbespi heißt.

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Kinder vermissen Mutter
Aber die "Schutztruppe der Frauen im Zweistromland", wie sie sich unter Bezug auf das assyrische Siedlungsgebiet zwischen Euphrat und Tigris bezeichnet, hat gegenwärtig starken Zulauf. Babylonia betont, ihr Mann habe sie in ihrem Entschluss zu kämpfen bestätigt, auch wenn der neunjährige Limar und die sechsjährige Gabriella sie vermissen: Dieser sei selbst ein Kämpfer und habe gesagt, sie solle zeigen, dass assyrische Frauen mehr können als Haushalt und Schönheitspflege.

Gläubige Christin gegen IS
"Ich bin gläubige Christin und der Gedanke an meine Kinder bestärkt mich im Kampf gegen Daesh", sagt sie unter Verwendung der arabischen Abkürzung für den IS. Die assyrischen Christen gehören zur Ostkirche und beten auf Aramäisch. Sie umfassen orthodoxe und katholische Gemeinden und stellen 15 Prozent der bis zum Bürgerkrieg 1,2 Millionen Christen in Syrien.

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Der erste Kriegseinsatz der Frauen-Kompanie war im Zuge der erfolgreichen Offensive auf Al-Hol, bei der eine Allianz aus kurdischen, arabischen und christlichen Milizen den IS aus dieser strategisch gelegenen Stadt vertrieb. "In Al-Hol wurde es für mich erstmals ernst, aber unser Trupp hatte keinen direkten militärischen Kontakt mit dem IS", berichtet die 18-jährige Lucia.

Mutter wollte Kampfeinsatz verhindern
Zusammen mit ihrer Schwester hat sie sich dem Flehen der Mutter zum Trotz als Soldatin verpflichtet und dafür ihr Studium unterbrochen. "Ich kämpfe mit einer Kalaschnikow. Aber noch bin ich keine Scharfschützin", sagt Lucia schüchtern; sie trägt ein hölzernes Kruzifix um den Hals und hat ein Tarnfleck-Tuch um ihren Kopf gewunden.

Kampfesmutig
Bei der Eroberung von Al-Hol gab die US-geführte Allianz mit Bombardements Unterstützung und warf neue Waffen ab. Die 18-jährige Ormia empfand zu Beginn vor allem Schrecken: "Der ganze Gefechtslärm hat mir gehörig Angst gemacht. Aber das habe ich schnell überwunden. Beim nächsten Mal will ich in vorderster Linie im Kampf gegen die Terroristen stehen", versichert sie.

"Ich habe keine Angst vor Daesh"
Aufgrund ihrer noch geringen Gefechtserfahrung wird die Frauen-Kompanie bisher vor allem zum Heimatschutz der Orte der Christen eingesetzt. Thabirta Samir, Organisatorin im Trainingszentrum, berichtet, dass sie vorher für einen assyrischen Kulturverein tätig war. "Aber nun finde ich es wichtiger, mich auf militärischem Gebiet zu engagieren. Ich habe keine Angst vor Daesh. Und wir werden an den nächsten Gefechten teilnehmen", sagt die 24-jährige.

Auf die Frage, wer die Rekrutinnen militärisch unterweist, antwortet sie schwammig: "örtliche und ausländische Kräfte". Aber Ende November wurde aus kurdischen Quellen bekannt, dass Ausbilder der US-Armee ins nordsyrische Kobane kamen und dort militärisches Training und die Planung von Offensiven starteten.
 

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