Clooney überwacht den Sudan per Satellit

Angst vor Gewaltausbruch

Clooney überwacht den Sudan per Satellit

Aus Sorge vor neuer Gewalt im Sudan hat Hollywood-Star George Clooney zusammen mit den Vereinten Nationen und dem Internetkonzern Google eine Satelliten-Überwachung in der Grenzregion gestartet. Zwei Wochen vor dem Volksentscheid über die Unabhängigkeit des schwarzafrikanischen Südsudans kündigte Clooney am Mittwoch auf der Internetseite des Unternehmens Satellite Sentinel Project an, die Grenze zum vorwiegend arabischen Norden solle per Satellit kontrolliert werden, um mögliche Anzeichen von Gewalt zu dokumentieren.

 Im Südsudan wird am 9. Jänner über die Unabhängigkeit vom Norden des Landes abgestimmt. Politiker, Diplomaten und Menschenrechtsorganisationen fürchten, dass der Norden eine Loslösung des öl- und rohstoffreichen Südens nicht tatenlos hinnehmen wird. "Potenzielle Verursacher eines Völkermordes und anderer Kriegsverbrechen sollen wissen, dass wir sie beobachten, dass alle Welt ihnen zusieht", erklärt Clooney zum Start des Projektes. "Es wird ihnen schwerer fallen, Gewalttaten unter den Augen der Medien zu begehen".

Das Projekt will kommerzielle Satelliten nutzen

Aufnahmen von möglichen Truppenbewegungen, Übergriffen, brennenden Dörfern und Flüchtlingsströmen sollen von den Vereinten Nationen über UNOSAT gesammelt, analysiert und im Internet mit aktuellen Berichten zur Verfügung gestellt werden. Das Vorhaben ist das erste seiner Art, das Grenzstreitigkeiten, gewaltsame Übergriffe und Kriegsverbrechen aller Welt fast in Echtzeit vorführen würde.

UN, Google und Hollywood
Die Aktion wird von den Vereinten Nationen, dem Unternehmen Google und einer Initiative von Hollywood-Stars getragen. Zu ihren Mitbegründern gehören Don Cheadle, Matt Damon, Brad Pitt, David Pressman und Jerry Weintraub.

   Unterdessen teilten die Vereinten Nationen in New York mit, dass sie Wahlzettel für vier Millionen Wähler im Süden des Sudans auf den Weg gebracht haben. Darauf steht die Abbildung einer einzelnen Hand für den Erhalt eines gemeinsamen sudanesischen Staates. Zwei Hände symbolisieren die Aufteilung des Sudans in zwei unabhängige politische Einheiten. Der Volksentscheid wurde in einem Friedensvertrag von 2005 vereinbart, der den über 20-jährigen Bürgerkrieg zwischen Nord und Süd beendet hatte.
 

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