Co-Pilot sagte

Flug MH370

Co-Pilot sagte "All Right, good night"

"All right, good night." Das war der letzte Funkspruch aus dem Cockpit der vermissten Boeing 777-200. Nun verreiten malaysische Offizielle, dass den Spruch nicht - wie bisher angenommen - Pilot Zaharie Ahmad Shah abgesetzt hatte, sondern sein Co Fariq Abdul Hamid (27).

Damit ist die Liste der Spekulationen um den Geisterflug MH370 um einen Punkt länger geworden. Nun steht der Co-Pilot im Zentrum der Ermittlungen. Der Funkspruch wurde um 1.19 Uhr Ortzeit abgesetzt - zu einem Zeitpunkt, als ein Teil der Kommunikationssysteme des Fliegers bereits abgeschaltet war. Um 1.22 Uhr Ortszeit verschwand die Maschine vom zivilen Radar. 11 Minuten nach dem Funkspruch wurde auch der Transponder des Fliegers abgeschaltet. Danach verließ die Maschine ihren Kurs und flog noch stundenlang in unbekannter Richtung weiter.

Die Boeing war auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking eine Stunde nach dem Start vom Radar der zivilen Luftfahrtbehörde verschwunden und ist seitdem spurlos verschwunden. Die malaysische Polizei ermittelt wegen Entführung, Sabotage und Terroranschlägen. Sie geht davon aus, dass jemand an Bord absichtlich die Kommunikationssysteme abstellte. Das Flugzeug flog nach den Ermittlungen noch stundenlang weiter. Treibstoff für 7 Stunden war noch an Bord.

Die malaysische Polizei durchsuchte das Haus von Co-Pilot Hamid. Der 27-Jährige, der mit 2.700 Flugstunden als guter Flieger gilt, besuchte sporadisch Islam-Kurse bei Kuala Lumpur. Die Regierung ersuchte, keine voreiligen Schlüsse über Pilot und Co-Pilot zu ziehen.  

140318_Flugzeug_Malaysia.jpg © TZ ÖSTERREICH
Grafik: TZ ÖSTERREICH

26 Länder auf der Suche nach der vermissten Maschine
Unterdessen zogen neue Theorien zum Verbleib der Passagiermaschine die Aufmerksamkeit auf sich. Nun soll sogar in einer Region an der afghanischen Grenze, die von den Taliban kontrolliert wird, nach dem Flugzeug gesucht werden.

Insgesamt 26 Länder sind mittlerweile an der Suche beteiligt. Ermittlern hatten zwei Flugkorridore als mögliche Routen errechnet. Regierungschef Najib Razak habe persönlich mit seinen Amtskollegen in China und Australien gesprochen. Sämtliche Länder entlang der beiden Flugrouten seien ebenfalls kontaktiert worden. Drei Experten aus Frankreich, die den Absturz einer Air-France-Maschine über dem Atlantik 2009 untersucht hatten, seien ebenfalls in dem Team.

Australien hat nach Angaben von Regierungschef Tony Abbott die Koordination im südlichen Korridor über dem Indischen Ozean übernommen. Nach seinen Angaben gibt es keine Anzeichen, dass die Maschine australischen Luftraum durchflog.

Der südliche Korridor zieht sich von Malaysia über Indonesien und westlich an Australien vorbei in den Indischen Ozean. Dort suchen nach Angaben des Verkehrsministers auch Schiffe und Flugzeuge aus Indonesien sowie Malaysia.

Der nördliche Korridor führt weitgehend über Land: von Burma, Indien, Pakistan bis nach Kasachstan. Alle Länder seien gebeten, ihre Radaraufzeichnungen nach möglichen Sichtungen der Boeing durchzugehen.

NASA hilft bei Suche
Die US-Raumfahrtbehörde NASA hilft bei der Suche. NASA-Chef Charles Bolden habe angeordnet, dass alle Möglichkeiten der Behörde, zur Suche beizutragen, geprüft werden sollten, sagte ein Sprecher der Behörde in Washington.

Daraufhin würden derzeit unter anderem Bilder ausgewertet, die von Satelliten und der Internationalen Raumstation ISS aufgenommen wurden. Objekte, die größer sind als 30 Meter, könnten darauf identifiziert werden. Alle relevanten Ergebnisse der Auswertungen werde die NASA weitergeben, sagte der Sprecher.

Kritik aus China

Malaysia trage unvermeidlich Verantwortung, aber auch andere Beteiligte wie der Flugzeugbauer Boeing, der Triebwerkshersteller Rolls Royce und die "Geheimdienst-Supermacht USA" hätten "bessere Arbeit leisten sollen", hieß es in einem Kommentar der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua. Dass die neuen Erkenntnisse nur mit "schmerzhafter" Verspätung veröffentlicht worden seien, habe Gerüchte aufkommen lassen, was die Nerven der wartenden Familien wiederholt aufgerieben habe, beklagte die staatliche Agentur.

Diashow Das sind die Vermissten von Flug MH370

Yue Wenchao, 26

Yue aus der Mongolei war auf dem Weg zu seiner Freundin Jessie, mit der er eine Fernbeziehung führte.

Bai Xiaomo, 37 und Muktesh Mukherjee, 42

Das Pärchen aus Kanada hatte einen romantischen Urlaub in Vietnam verbracht.

Puspanathan Subramaniam, 34

Der Marketing-Manager war wegen seines Berufes viel unterwegs. Mit den Worten "Ich bin in einer Woche zurück" hatte er von seinen Kindern Abschied genommen.

Hadrien Wattrelos, 17 und Zhao Yan, 18

Die beiden Teenager besuchten das Lycee Francais International in Peking.

Mohamad Sofuan Ismail, 33

Als Diplomat hätte der 33-Jährige eigentlich bereits vor mehreren Wochen nach Peking reisen sollen.

Paul Weeks, 39

Der Mechaniker aus Neuseeland sollte in der Mongolei seinen Traumjob bei einem Bergbauunternehmen antreten.

An Wenlan, 65

Die ehemalige Krankenschwester hatte ihre Leidenschaft für die Kunst entdeckt und war auf dem Nachhauseweg nach dem Besuch einer Kunstausstellung.

Guan Huajin, 34

Sie war auf einem Business-Trip nach Peking für die Firma "Freescale Semiconductor".

Pilot Zaharie Ahmad Shah, 53

Co-Pilot Fariq Ab Hamid, 27

Stewardess Tan Ser Kuln

Mary Burrows, 54 und Rodney Burrows, 59, aus Australien

Steward Mohd Hazrin Mohd Hasnan

Kranti Shirsath, 44, aus Indien

Anne Daisy, 56, aus Malaysia

Nikolai Brodskil, 43, aus Russland

Chew Kal Mool, 31, aus Malaysia

Delavar Seyed Mohammadreza, 29, aus dem Iran

Firman Siregar, 25, aus Indonesien

Ju Kun, 32, aus China

Ng Yar Chien, Stewardess aus Malaysia

Andrew Nari, Chef-Steward aus Malaysia

Junaidi Mohd Kassim, 37, Steward aus Malaysia

Patrick Francis Gomes, Steward aus Malaysia

Goh Sock Lay, 45, Chef-Stewardess aus Malaysia

Foong Wai Yueng, Flugbegleiter aus Malaysia

Safuan Ramian, 32, aus Malaysia

Guan Hua Jin, 34, aus Malaysia

Suhaili Mustafa, 31, aus Malaysia

Feng Jixin, 70, aus China

Lia Rusheng, 76, aus China

Puspanathan Subramanian, 34, aus Malaysia

Tan Wei Chew, 19, aus Malaysia

Tan Size Hiang, 46, aus Malaysia

Dina Mohamed Yunus ramli, 30, aus Malaysia

Zhou Shijie, 64, aus China

Zhou Jinling, 61, aus China

Zhao Peng, 25, aus China

Yao Jianfeng, 70, aus China

Ferryindra Suadaya, 43, aus Indonesien

Swanand Kolekar, 23, aus Indien

Meng Gaosheng, 64, aus China

Wang Linshi, 59, aus China

Chandrika Sharma, 51, aus Indien

Sugianto Lo, 47, aus Indonesien

Pouria Nour Mohammad Mehrdad, 18, aus dem Iran

Herryindia Suadaya, 35, aus Indonesien

Philip Wood, 51, aus den USA

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