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Darum bekennt sich ISIS nie zum Terror in der Türkei

Trotz Terrorserie

Darum bekennt sich ISIS nie zum Terror in der Türkei

In den letzten Monaten wurde die Türkei von mehreren verheerenden Anschlägen erschüttert. Zuletzt erst am Dienstag, als am Istanbuler Flughafen Atatürk drei Terroristen wild um sich schossen und sich anschließend in die Luft sprengten. Bei der Terrorattacke kamen mindestens 41 Menschen ums Leben und 239 wurden verletzt.

Nach den Drahtziehern des Anschlags wird nun wie wild gefahndet. Da sich die PKK bereits von dem Anschlag distanziert hat, ist damit zu rechnen, dass der Islamische Staat dahinter steckt. Ersten Berichten zufolge soll eine Spur zu Ilhami Bali. Er ist der ranghöchste IS-Kommandeur der Türkei. War die Terrorgruppe an der Organisation aktiv beteiligt, so dürfte kein Weg an Bali vorbeigeführt haben.

Allerdings gab es noch kein offizielles Statement von ISIS, in dem sie sich zu dem blutigen Anschlag bekennen. Und das wird es wohl auch nicht geben. Der IS hat sich bis auf eine Ausnahme noch nie zu einem Anschlag in der Türkei bekannt. Nach dem Attentat von Orlando bekannte sich die Organisation sofort zu dem Anschlag, obwohl sie nachweislich nichts davon wusste und erst recht nicht in die Planung involviert war. Der Attentäter Omar Mateen war ein Einzeltäter. Warum also nicht bei den Anschlägen in der Türkei?

Wichtiges Transitland

Zum einen ist die Türkei für IS-Rekruten eines der wichtigsten Transitländer. Besonders von Europa kommend, ist die türkisch-syrische Grenze immer noch passierbar und der wichtigste Weg um in die Terrorcamps zu gelangen.

Ob dieser Tatsache musste sich die türkische Regierung massenhaft Kritik aussetzen. Inzwischen wurde die mangelnde Grenzsicherung auch zum Problem für die Türkei. Denn die ISIS-Kämpfer kommen nicht nur über die Türkei nach Syrien, sondern auch umgekehrt.

Grafik Terror in der Türkei © APA

Terror in der Türkei – Nein, danke!

Zum anderen hat sich inzwischen in der Türkei eine beachtliche Unterstützerszene der Terrororganisation angesammelt, allerdings unter besonderen Umständen. So befürworten sie den islamistischen Terror in ihren Nachbarländern, jedoch nicht in der Türkei selbst. Würde sich ISIS nun offiziell zu den Anschlägen bekennen, so könnte die Unterstützung rapide sinken.

Auch für die türkische Regierung hätte dies dramatische Folgen. Der Druck würde unweigerlich wachsen und die Regierung wäre gezwungen härter gegen den IS durchzugreifen. Die ohnehin explosive Situation in der Region würde eskalieren.

Schulterschluss gegen Terrror

Nach den jüngsten Anschlägen in Istanbul hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärt, dass der Angriff zum Wendepunkt im globalen Kampf gegen den Terrorismus werden müsse. Auch jenseits der Türkei forderten Politiker einen Schulterschluss gegen den Terror.

 


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