Deutsche Grünen-Ikone Daxenberger tot

Krebs

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Deutsche Grünen-Ikone Daxenberger tot

Er war das bayerische Gesicht der deutschen Grünen: Sepp Daxenberger ist im Alter von nur 48 Jahren seinem langjährigen Krebsleiden erlegen. Er starb in der Nacht auf Mittwoch im Krankenhaus in Traunstein, wie die Landtagsfraktion der Partei on bestätigte. Nur drei Tage davor war die Frau des ehemaligen Spitzenkandidaten, Partei- und Fraktionschefs der Grünen in Bayern an Brustkrebs gestorben. Die 49-Jährige sollte am Mittwoch beerdigt werden. Das Paar hinterlässt drei Söhne im Alter von 20, 17 und 12 Jahren.

Daxenberger war seit Jahren an einem Plasmozytom erkrankt, einer Mischung aus Blut- und Knochenkrebs. Eine Therapie im Winter hatte bei ihm schlechter als erhofft angeschlagen. Im Juni hatte er deswegen den Fraktionsvorsitz im Landtag aufgegeben. Damals hatte er aber noch die Hoffnung geäußert, wieder zusätzliche Ämter zu übernehmen, wenn es ihm besser gehe.

Erster Grüner in Bayern als Bürgermeister
Mit Daxenberger verlieren die bayerischen Grünen eine ihrer prägendsten Figuren. Der meist bärtige Biobauer und gelernte Schmied aus Waging am See, der regelmäßiger Kirchgänger war und seinen Dialekt nie verleugnete, stand wie kein anderer dafür, dass die Grünen in Bayern auch auf dem Land angekommen waren. Er habe "bewiesen, dass konservativ und weltoffen keine Gegensätze sind", sagte seine eigene Partei über ihn.

1996 war er in Waging als erster Grüner in Bayern zum Bürgermeister gewählt worden. Bei seiner Wiederwahl 2002 erreichte er stattliche 75,6 Prozent der Stimmen. Auch in der Landespolitik war der bodenständige Daxenberger erfolgreich. Mit ihm als Spitzenkandidat erreichten die Grünen bei der Landtagswahl 2008 in Bayern ein Rekordergebnis von 9,4 Prozent.

"Nimmermüder Kämpfer"
Die bayerischen Grünen zeigten sich vom Tod ihres Aushängeschilds tief betroffen: "Alle unsere Gedanken sind bei Sepps Kindern und seiner Familie", erklärte die Landesspitze der Partei. "Wir hoffen, dass sie die Kraft finden, mit diesem schmerzlichen Verlust fertig zu werden." Daxenbergers Tod sei ein großer Verlust, nicht nur für die Politik, sondern für viele auch persönlich.

"Sepp Daxenberger hat als nimmermüder Kämpfer für den Erhalt der Schöpfung und als Streiter für Demokratie von unten die bayerische Politik mit geprägt", schrieben die Grünen. Er sei ein Mensch mit starkem Charakter gewesen, "der sich bis zum Schluss nicht hat unterkriegen lassen und dabei nie seinen Humor und Optimismus verloren hat".

"Erfüllt von tiefer Liebe für Heimat"
Auch politische Gegner zollten Daxenberger Respekt. Er habe ihn als Politiker außerordentlich geschätzt und als Mensch sehr gemocht, erklärte der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer. Mit ihm habe Bayern einen Politiker aus innerster Überzeugung und tiefster Leidenschaft verloren. "Sepp Daxenberger war eine Persönlichkeit, wie sie typischer für unser Land nicht sein könnte. Selbstbewusst, kantig, willensstark und dabei erfüllt von einer tiefen Liebe zu seiner oberbayerischen Heimat", schrieb Seehofer.

Der bayerische SPD-Fraktionsvorsitzende Markus Rinderspacher erklärte: "Nach dem Tod seiner Frau vor drei Tagen hat der Sepp offenbar keine Kraft mehr gehabt, um gegen seine tückische Krankheit zu kämpfen." Als erster grüner Bürgermeister in Bayern habe Daxenberger Geschichte geschrieben. "Wir trauern um einen menschlichen, bodenständigen, zuverlässigen und kämpferischen Kollegen."

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