SPD-Parteitag straft Nahles und Scholz ab

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SPD-Parteitag straft Nahles und Scholz ab

Auf dem SPD-Bundesparteitag in Leipzig sind vier Stellvertreter von Parteichef Sigmar Gabriel für zwei Jahre im Amt bestätigt worden, der hessische Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel rückte neu in die Stellvertreterriege auf. Schäfer-Gümbel erzielte am Freitag mit 88,9 Prozent zudem das beste Wahlergebnis. Generalsekretärin Andrea Nahles ist mit deutlichen Einbußen im Amt bestätigt worden.

Herbe Verluste für Hannelore Kraft
Die bisherigen SPD-Vizevorsitzenden Hannelore Kraft, Aydan Özoguz, Manuela Schwesig und Olaf Scholz mussten allerdings zum Teil deutliche Streichungen durch die Delegiertenen im Vergleich zu der Wahl 2011 hinnehmen. Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Kraft erhielt diesmal nur 85,6 Prozent, im Vergleich zu 97,2 Prozent vor zwei Jahren. Özoguz, die 2011 als erste Politikerin mit Migrationshintergrund in die Stellvertreterriege gewählt wurde, bekam 79,9 Prozent. Die türkischstämmige Hamburgerin hatte vor zwei Jahren 86,8 Prozent erzielt.

Schlechtestes Wahlergebnis für Nahles

SPD-Generalsekretärin Nahles erhielt am Freitag 67,2 Prozent der Delegiertenstimmen. Das war ihr schlechtestes Ergebnis bisher: Bei ihrer erstmaligen Wahl 2009 hatte sie 69,6 Prozent erreicht, bei der Wiederwahl 2011 waren es 73,2 Prozent. Wie lange Nahles ihr Amt ausübt, hängt vom Ausgang der Koalitionsverhandlungen ab. Wenn die 43-Jährige wie erwartet ins Kabinett einer Großen Koalition wechselt, müsste der Posten des Generalsekretärs rasch neu besetzt werden. Im Gespräch als Nachfolger ist der schleswig-holsteinische Landeschef Ralf Stegner.

 Hamburgs Erster Bürgermeister Scholz, der 2011 bei 84,9 Prozent gelandet war, erzielte diesmal nur 67,6 Prozent und damit das schlechteste Ergebnis der Stellvertreter. Die Sozialministerin Mecklenburg-Vorpommerns, Manuela Schwesig, bekam 80,1 Prozent. Sie hatte vor zwei Jahren 82,9 Prozent erzielt.

Schäfer-Gümbel erstmals stellvertretender SPD-Vorsitzender
Der hessische Landeschef Schäfer-Gümbel wurde erstmals zum stellvertretenden SPD-Vorsitzenden gewählt. Er rückte für Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit in die Stellvertreterriege auf.

Am Donnerstag war Gabriel für weitere zwei Jahre als SPD-Vorsitzender bestätigt worden. Auch er musste einen Dämpfer hinnehmen: Nach 91,6 Prozent im Jahr 2011 erzielte er nun 83,6 Prozent.

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