Die Wahrheit über die Bildung von Flüchtlingen

Forscher klären auf

Die Wahrheit über die Bildung von Flüchtlingen

In den vergangenen 12 Monaten kamen Hunderttausende Flüchtlinge nach Europa. Sie flüchten vor Krieg und Elend und wollen nun ein neues Leben in Sicherheit beginnen. Für die Aufnahmeländer bedeutet die Integration dieser Migranten natürlich eine immense Herausforderung.

Entscheidend für eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt ist dabei eine entsprechende Bildung – und genau darüber gibt es bislang keine ausreichenden Daten. Das AMS sprach im Jänner dieses Jahres im Rahmen eines Kompetenzchecks davon, dass vor allem syrische Flüchtlinge sehr gut ausgebildet seien. Unter dieser Flüchtlingsgruppe sei der Anteil von Akademikern und Maturanten sogar höher als bei Österreichern, so das Ergebnis des Checks. Auf der anderen Seite gibt es immer wieder Meldungen, wonach vor allem Analphabeten die Flucht nach Europa antreten würden und diese daher nur äußerst schwer in den Arbeitsmarkt integriert werden können.

Intaktes Bildungssystem
Forscher des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln haben nun in einer groß angelegten Studie überprüft, wie gebildet syrische Flüchtlinge wirklich sind. Die Wissenschaftler haben dabei dafür 5 Kriterien ausgewertet: die Analphabetenquote, die Schulbildung vor dem Bürgerkrieg, die Berufsausbildung, das Hochschulsystem und den Unterschied zwischen den Geschlechtern.

Das Ergebnis der Studie ist dabei durchaus optimistisch. So verfügte Syrien vor dem Beginn des Krieges 2011 über ein gut funktionierendes Bildungssystem. Demnach wurden 97% der Kinder eingeschult,  die Schulpflicht von 9 Jahren wird größtenteils eingehalten. Auch der Anteil von Analphabeten im Land sei vergleichsweise äußerst gering.  Auffallend viele Syrer würden zudem auch über eine technische Ausbildung verfügen, zudem gibt es vergleichsweise auch sehr viele Ärzte.

Qualitative Mängel
Die Forscher weisen in weiterer Folge aber darauf hin, dass es dem syrischen Bildungssystem mitunter an Qualität fehlt. In internationalen Tests rangiert das arabische Land meist im hinteren Drittel, das Ausbildungsniveau erreicht oftmals nicht den Stand zentraleuropäischer Länder. Für eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt seien daher häufig Zusatzausbildungen notwendig.

Die Studienautoren weisen auch darauf hin, dass sie nur das Bildungsniveau syrischer Flüchtlinge überprüften. Flüchtlinge aus anderen Staaten – wie beispielsweise Afghanistan – seien im Durchschnitt weniger gut gebildet. 

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