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Die tödlichen Fehler der Veranstalter Die tödlichen Fehler der Veranstalter

Loveparade

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Die tödlichen Fehler der Veranstalter

Schock, Trauer, Hilflosigkeit: Noch immer pilgern Hunderte Menschen zum Todes-Tunnel am ehemaligen Duisburger Güterbahnhof. Sie legen Blumen nieder, zünden Kerzen an, halten eine Gedenkminute. Viele von den Trauernden sind selbst am Samstag der Hölle gerade noch entkommen – die Massenpanik bei der Loveparade forderte 20 Tote und 510 Verletzte.

Drei Tage später ist klar: Die Stadt Duisburg und die Veranstalter haben in der Planung und Abwicklung schwere Fehler begangen – tödliche Fehler.

Fehler 1: Gelände zu klein. Die Stadtverwaltung hat laut Spiegel die Zahl der Besucher, die gleichzeitig auf dem Gelände sein dürfen, auf 250.000 begrenzt. Kurz vor der Tragödie haben die Organisatoren von 1,4 Mio. Besuchern geschwärmt – ein Irrsinn. Der Wahnsinn: Ein Tunnel war die einzige Ein- und Ausgangsmöglichkeit.

Fehler 2: Zu schmale Fluchtwege. Aus einem internen Dokument geht hervor, dass die Behörden dem Veranstalter einiges „erleichtert“ haben. Das Papier vom 21. Juli 2010 trägt den Titel „Genehmigung einer vorübergehenden Nutzungsänderung“ und hat die Loveparade von der Auflage befreit, die vorgeschriebenen Breiten der Fluchtwege einzuhalten. Auch auf die Feuerwehrpläne haben die Beamten verzichtet. Angeblich wurde das Sicherheitskonzept von Polizei und Feuerwehr nicht umgesetzt – aus Personalmangel! „Vorschläge für eine Videoüberwachung beim Tunnel wurden nicht angenommen“, sagt Panikforscher Michael Schreckenberg.

Fehler 3: Alle Warnungen ignoriert. Dass das Event-Gelände nicht für die Größenordnung der Love Parade geeignet ist, war schon länger bekannt: Die Berufsfeuerwehr Duisburg hat schwere Bedenken geäußert und das auch dem Veranstalter gemeldet. Keine Reaktion.

Bei einer Begehung vor dem Event hat auch die Polizei klar gesagt: „Das Areal ist zu klein.“ Alle Warnungen sind einfach ignoriert worden.

Fehler 4: Einsatz der Polizei. Die Polizei soll laut Augenzeugen nicht optimal reagiert haben. „Die Beamten haben die Situation lange unterschätzt. Der Stau am Tunnel ist auch durch die Polizeikette am Ende der Unterführung entstanden“, sagen Raver.

Wie schlimm es war, schildert Augenzeuge Alex Barendregt aus Kärnten: „Ich habe noch nie so eine Menschenmenge wie bei diesem Tunnel gesehen. Hunderte sind das Gelände hinaufgeklettert und wollten sich retten. Es war total überfüllt, die Leute sind Schulter an Schulter gestanden. Ich hatte wirklich ein mulmiges Gefühl.“

Fest steht: Die Staatsanwaltschaft hat das Sicherheitskonzept der Loveparade beschlagnahmt. „Es geht darum, ob fahrlässig gehandelt wurde“, sagt Staatsanwalt Rolf Haverkamp. Jetzt werden Fotos und Videos ausgewertet und Zeugen befragt. „Das dauert Monate.“ Die Wut der Hinterbliebenen wird dann aber nicht kleiner sein…

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