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Killer-Wurm bahnt sich seinen Weg nach Europa

60 Mio. Menschen behandelt

Killer-Wurm bahnt sich seinen Weg nach Europa

Bilharziose nennt sich jene Krankheit, die von dem sogenannten „tropischen Pärchenegel“ übertragen wird. Obwohl sie bereits die zweithäufigste Tropenkrankheit in Afrika ist, haben die wenigsten von ihr gehört. Über 60 Millionen Menschen werden derzeit dagegen behandelt.

Die Medikamentenlage ist dünn. Nur zwei Mittel werden zur Behandlung hergestellt. Ein Schutz gegen eine Infektion gibt es nicht. Betroffen sind vor allem Menschen, die in Gegenden ohne sauberen Wasserzugang leben, heißt es seitens der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Die gefährlichen Wurmlarven schwimmen im verseuchten Wasser und gelangen über die Haut in die Blutgefäße. Von dort aus greifen sie schließlich Organe wie die Leber, Milz oder Blase an. Anfängliche Symptome sind vor allem juckender Hautausschlag, Fieber, Schüttelfrost, Kopf- oder Gliederschmerzen und Nesselsucht.

Eigentlich ist Bilharziose besonders in Afrika als Gefahr zu betrachten, doch der gefährliche Killerwurm fand bereits seinen Weg nach Europa, sogar nach Österreich. 2014 wurden die Erreger im Fluss Cavu auf Korsika nachgewiesen. Für Urlauber wurde damals eine Warnung ausgesprochen. Später wurden sogar Fälle in Tirol nachgewiesen. An der Innsbrucker Klinik haben sich 15 besorgte Personen gemeldet, bei sechs von ihnen wurde tatsächlich der Bilharziose-Verdacht bestätigt, sagte Klinik-Sprecher Johannes Schwamberger damals zur APA. Er warnte aber vor Panikreaktionen: "Bei Symptomen wie blutigen Harn oder Schmerzen beim Wasserlassen sollte man aber unbedingt zum Arzt gehen." Alle sechs Betroffenen würden ambulant mit Medikamenten behandelt werden.

Die WHO nennt den Pärchenegel den „größten Killer von dem Sie noch nie gehört haben“. Mittlerweile arbeiten einige Pharmakonzerne daran, den Wurm bis 2030 in Afrika ausrotten zu wollen.

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