Dreamliner-Testflug endet mit Notlandung

Rauch in Kabine

© EPA

Dreamliner-Testflug endet mit Notlandung

Boeings Pechsträhne beim wichtigen 787 Dreamliner hält an. Eine von sechs Testmaschinen musste am späten Dienstag (Ortszeit) in Laredo im US-Bundesstaat Texas notlanden, nachdem Rauch in die Kabine gedrungen war. Die etwa 40-köpfige Crew verließ die Maschine über Notrutschen. Verletzte habe es keine gegeben, ließ Boeing wissen.

Elektronik fing Feuer
Nach Informationen von US-Medien hatte die Elektronik des Dreamliner Feuer gefangen. Einige Instrumente fielen daraufhin aus, die Piloten mussten den Jet auf Sicht landen. Das Bodenpersonal löschte die Flammen schließlich. Die US-Flugsicherheitsbehörde FAA hat sich eingeschaltet und untersucht den Vorfall zusammen mit dem Hersteller.

Die Notlandung ist ein weiterer Schlag für Boeing. Der Airbus-Rivale hat den Auslieferungstermin für seinen Hoffnungsträger wiederholt verschoben. Immer wieder tauchten technische Probleme auf. Fast drei Jahre liegt das Prestigeprojekt mittlerweile im Rückstand; die erste Maschine soll um den Februar herum an die japanische All Nippon Airways gehen.

Testmaschinen bleiben am Boden
Die branchenweit bekannte Website Flightblogger berichtete, dass alle Testmaschinen bis mindestens Donnerstag am Boden bleiben. Der notgelandete Jet ist die Nummer zwei in der Flotte und hat nach Angaben von Boeing mittlerweile 179 Flüge absolviert und war dabei mehr als 558 Stunden in der Luft. Der Flieger ist vollgestopft mit Testequipment; die Besatzung besteht zum Großteil aus Technikern.

Der Dreamliner ist Hoffnungsträger und Sorgenkind zugleich. Dank einer neuartigen Konstruktion aus leichten Verbundmaterialien erhoffen sich Boeing und die von hohen Spritpreisen geplagten Airlines deutliche Treibstoffeinsparungen. Zudem hat die Elektronik vielerorts die Mechanik verdrängt. Gerade die neuen Materialien machten aber von Anfang an Probleme. Auch der vergrößerte Jumbojet 747-8 wird verspätet ausgeliefert.

Kunden sprangen ab
Die Pannenserie hat Boeing einen Milliardenbetrag gekostet. Etliche Kunden sprangen ab, andere verlangten Schadenersatz für die lange Wartezeit. 847 Dreamliner sind bisher verkauft; seit dem Sommer kam kein neuer Auftrag hinzu.

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