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Dutzende Al-Kaida-Verdächtige getürmt

Gefängnis im Jemen

Dutzende Al-Kaida-Verdächtige getürmt

Dutzende Häftlinge des Terrornetzwerkes Al-Kaida haben sich am Mittwoch im Südjmenen den Weg in die Freiheit geschossen. Laut einem örtlichen Behördenvertreter sind 62 Häftlinge aus der Anstalt von Mukalla geflohen. Bei dem Massenausbruch wurden mindestens ein Gefangener und ein Wachbeamter getötet. Das berichtete der arabische Nachrichtensender Al-Jazeera unter Berufung auf Quellen in der südöstlichen Hafenstadt. Unter den Ausgebrochenen seien sowohl bereits verurteilte Islamisten als auch Untersuchungshäftlinge.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen saßen in dem Gefängnis in der Hafenstadt am Golf von Aden mehr als 100 Al-Kaida-Mitglieder ein, von denen 58 bereits verurteilt waren. Augenzeugen berichteten, sie hätten rund 40 Häftlinge aus dem Gefängnis in die nahe gelegenen Berge fliehen sehen.

Machtkampf
Der monatelange Machtkampf in der Hauptstadt Sanaa hat dazu geführt, dass der jemenitische Al-Kaida-Ableger und andere Extremistengruppen im südlichen Jemen zunehmend die Initiative an sich reißen. In den vergangenen Wochen haben diese die Regierungsbehörden und ihre Sicherheitskräfte aus mehreren Orten und Städten verdrängt, darunter Sinjibar, die Hauptstadt der Provinz Abjan.

Schwer verletzter Präsident
Der autoritäre Langzeitpräsident Ali Abdullah Saleh lässt derzeit im benachbarten Saudi-Arabien seine schweren Verletzungen behandeln, die er vor drei Wochen bei einem Granatangriff auf den Präsidentenpalast erlitten hatte. Seit Mitte Februar verlangt eine breite Protestbewegung im ganzen Land seinen Rücktritt. Massenkundgebungen, die Salehs Sicherheitskräfte immer wieder blutig unterdrücken, legen das Land zeitweise lahm.

Während der Abwesenheit des Präsidenten führen sein Sohn und andere Familienangehörige bei den Truppen die Regie. Am Dienstag versuchten sie, die Islamisten in Abjan mit Luftangriffen zurückzudrängen. Dabei seien mindestens 20 Islamisten getötet worden, berichtete die Nachrichtenagentur Marib Press am Mittwoch. Fünf Panzer, die die Extremisten zuvor von Regierungstruppen erbeutet hatten, seien zerstört worden. Aber auch zwei Zivilisten wurden demnach getötet und ein weiterer verletzt.

Einer der Angriffe zielte auf eine Moschee in Jaar, in der der Islamistenführer Kalid Abdul Nabi vermutet wurde. Wie sich später herausstellte, hielt er sich zum Zeitpunkt des Bombardements nicht dort auf.

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