Dutzende Pilger bei Anschlägen getötet

Irak

Dutzende Pilger bei Anschlägen getötet

Bei Anschlägen auf schiitische Prozessionszüge zum Ashura-Fest im Irak sind mindestens 30 Pilger getötet und dutzende weitere verletzt worden. Nördlich von Bagdad riss am Donnerstag ein Selbstmordattentäter in der Provinz Diyala mindestens 30 Menschen in den Tod, wie Sicherheits- und Rettungskräfte mitteilten. Südlich der Hauptstadt wurden nach Behördenangaben neun Schiiten in einem Versammlungszelt getötet. Ähnliche Attacken hatten das Land schon am Vortag erschüttert.

Schiitische Pilger gedenken im Irak zum Ashura-Fest des Todes von Imam Hussein, einer religiösen Schlüsselfigur ihrer Glaubensrichtung. Ihre Prozessionen bieten eine Zielscheibe für Attentäter, wobei sich zunächst niemand zu den Bluttaten vom Donnerstag bekannte.

Bei dem Selbstmordanschlag in Diyala gab es neben den Todesopfern auch 65 Verletzte, bei den anderen Angriffen in der Stadt Hafriyah in der Provinz Wasit wurden ebenfalls mehrere dutzend Menschen verletzt. Schon am Mittwoch waren acht Menschen bei koordinierten Anschlägen auf schiitische Pilger getötet worden.

Wichtigstes Fest der Schiiten

Zu Ashura, dem wichtigsten Fest der Schiiten, kommen jedes Jahr zehntausende Pilger ans Grab von Imam Hussein nach Kerbala. Sie gedenken dabei der Schlacht von Kerbala im Jahr 680, bei der der Propheten-Enkel der Überlieferung nach zusammen mit zahlreichen Getreuen vom Kalifen Yazid getötet wurde. Während Hussein für die Schiiten als direkter Nachfahre des Propheten der rechtmäßige Anführer der Muslime war, betrachteten die Sunniten die Kalifen als Nachfolger Mohammeds.

Die Schiiten stellen weltweit nur rund 15 Prozent der Muslime, doch sind sie im Iran, im Irak und in Bahrain in der Mehrheit. Radikalen Sunniten gelten die Schiiten als Ungläubige, das Terrornetzwerk Al-Kaida und andere extremistische Gruppen verüben immer wieder blutige Anschläge auf sie. Vor dem diesjährigen Ashura-Fest wurden 35.000 zusätzliche Sicherheitskräfte rund um Kerbala eingesetzt, um Anschläge während der zehntägigen Feiern zu verhindern.

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