14. Juni 2010 09:45
Die Europäische Union will sich auf ein mögliches Ende der israelischen
Blockade des palästinensischen Gazastreifens vorbereiten. EU-Außenministerin
Catherine Ashton sagte am Montag in Luxemburg zu Beginn von Beratungen der
EU-Außenminister. "Wir schauen, was wir tun können, um ein Team
dorthinzuschicken, um zu unterstützen, was die Israelis hoffentlich zur
Öffnung der Grenze tun werden". Ashton nannte es "sehr bedeutsam, dass wir
uns jetzt dahin bewegen, die Möglichkeiten zur Öffnung der Gaza-Übergänge zu
unterstützen".
"Ich weiß, wie wichtig es wäre, wenn wir die Übergänge öffnen könnten, damit
die normalen Menschen ein normales Leben führen können und damit auch
Israels Sicherheit gestärkt würde", sagte die EU-Außenbeauftragte und fügte
hinzu: "Das Wichtige (...) ist, die Öffnung der Übergänge zu unterstützen."
Zu den Beratungen der EU-Außenminister hat Ashton auch den
Sonderbeauftragten des Nahost-Quartetts (EU, Russland, UNO, USA), den
britischen Ex-Premier Tony Blair, eingeladen.
Unterstützung für palästinensichen Staat
Die
spanische EU-Ratspräsidentschaft hatte erhöhten diplomatischen Druck auf
Israel zur Aufhebung der Gaza-Blockade angekündigt. Die Europäische Union
will auch den Aufbauprozess eines lebensfähigen palästinensischen Staates
stärker unterstützen. Die EU-Kommission hat deswegen den Palästinensern
zollfreien Zugang zum europäischen Markt in Aussicht gestellt. Dieser
Schritt werde palästinensische Exporte in die Union erleichtern und den
Privatsektor wiederbeleben, hieß es in einer Erklärung von Handelskommissar
Karel de Gucht, der vergangene Woche in Brüssel mit dem palästinensischen
Wirtschaftsminister Hassan Abu Libdeh zu Gesprächen zusammengetroffen war.
Ausfuhren aus den palästinensischen Gebieten sollten in unbegrenzter Menge
zollfrei sein.
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat Israel unterdessen
neuerlich vorgeworfen, mit der Blockade gegen internationales Recht zu
verstoßen. Die gesamte Bevölkerung werde für etwas bestraft, für das sie
keine Verantwortung trage, hieß es am Montag in einer IKRK-Erklärung. Die
vollständige Blockade des von der radikalen Palästinenserorganisation Hamas
kontrollierten Küstengebiets stelle nach den Bestimmungen der Genfer
Konventionen eine unzulässige Kollektivbestrafung der Zivilbevölkerung dar,
hatte auch der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen erklärt.