Sonderthema:
EU-Gipfel:
 Poker um Deal mit Griechen

1. Treffen mit Merkel

EU-Gipfel:
 Poker um Deal mit Griechen

"Hallo, Frau Kanzlerin, ich bin Alexis“ – auf Deutsch stellte sich der neue Griechen-Premier mit bubenhaftem Grinsen Angela Merkel vor. Die Kanzlerin, die die ganze Nacht mit Wladimir Putin um Frieden in der Ukraine gerungen hatte, lächelte zurück. Dann ein fester Händedruck.

Im Hintergrund blieb die Anspannung unter allen 28 EU-Regierungschefs beim informellen EU-Gipfel in Brüssel groß.

Es geht um die Zukunft Europas, um Griechenlands wirtschaftliches Überleben, darum, eine drohende Spaltung der Eurozone abzuwenden und einen anhaltenden Waffenstillstand in der Ukraine zu schaffen.

Erster EU-Auftritt für neuen Griechen-Premier Tsipras
Verspätung. Um vier Stunden verspätet startete am Donnerstag das „Mittagessen“ der EU-Regierungschefs mit einem Vortrag von Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs François Hollande über den Pakt von Minsk. Die zwei übermüdeten Dauerverhandler zeigten sich vorsichtig optimistisch.

Auftritt. Aber nicht nur die Kriegsangst, auch der „Neue aus Athen“ hing wie ein Damoklesschwert über den Staatschefs. Alexis Tsipras – der Linksaußen-Premier – hatte seinen ersten offiziellen Auftritt am EU-Parkett und sein erstes brisantes Aufeinandertreffen mit seiner Gegen­spielerin Merkel.

Aber: Beide übten sich in lieblichen Worten. Tsipras: "Eine Einigung ist möglich.“ Merkel: "Deutschland ist zu Kompromissen bereit.“ Drohender Nachsatz: "Aber Regeln müssen eingehalten werden.“

Am Abend zuvor hatte Tsipras noch eine Einigung seines ­Finanzministers Yanis ­Varoufakis mit den 18 Eurozonen-Finanzministern spektakulär platzen lassen. SP-Bundeskanzler Faymann bleibt im ÖSTERREICH-Gespräch dennoch optimistisch: „Eine Einigung ist weiter möglich.“

Druck. Merkel macht freilich Druck auf Tsipras. Athen habe bis Ende Februar, um das EU-Hilfsprogramm zu verlängern. Am Montag muss Griechenlands Finanzminister Varoufakis Spar- und Reformpläne vorlegen, davon hängen neue Gelder ab. Sollte es keine EU-Hilfen geben, würde Athen der Grexit – der Austritt aus der Eurozone – drohen. Finnlands Premier Alexander Stubb formuliert das EU-Ultimatum: „Die Zeit für Griechenland läuft ab.“

Wann schläft diese Frau?

Merkel (,60), ist belastbar wie kein anderer Politiker: Siebzehn Stunden hat sie in Minsk mit Putin, Hollande und Poroschenko verhandelt. Nach der schlaflosen Nacht reiste sie weiter zum EU-Rat nach Brüssel – wieder Sitzungen. Diesmal ging es um die Griechen.

Doch schon zuvor absolivierte Merkel ein Monsterprogramm, reiste 20.000 Kilometer.

  • 5. Februar: Kiew. MGemeinsam mit Frankreichs Präsident Hollande trifft sie Ukraine-s Staatschef Präsident Petro Poroschenko.
  • 6. Februar. Moskau. Erst empfängt sie in Berlin den irakischen Präsidenten. Dann fliegt sie nach Moskau zu Putin.
  • 7. Februar. München, Sicherheitskonferenz.
  • 8/9. Februar. Washington. Gespräche mit US-Präsident Obama und Vertretern der Weltbank.
  • 11. Februar. Berlin/Minsk. Zuerst Teilnahme an der Trauerfeier für Deutschlands Altpräsident en Richard von Weiz­säcker. Dann nach Minsk. Verhandlungen über Krieg und Frieden.
  • 12. Februar. EU-Gipfel in Brüssel. Merkels Fitness-Geheimnis? Sie hat keines. Joggt nicht, schwimmt nicht. Lebt nach Churchills Motto: „First, no sports!“.

 

VIDEO: Griechen wollen mit Geldgebern sprechen

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