Ebola breitet sich rasant aus

Bald 1.000 Tote

Ebola breitet sich rasant aus

Mit einem Notfallplan in Höhe von 200 Millionen Dollar (knapp 150 Millionen Euro) unterstützt die Weltbank den Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika. Die Hilfe diene kurzfristig zur Finanzierung von Fachpersonal, Ausrüstung und Vorbeugemaßnahmen in den am meisten betroffenen Staaten Liberia, Guinea und Sierra Leone, teilte Weltbankpräsident Jim Yong Kim mit.

Bald 1.000 Tote
Rasche Maßnahmen seien dringend geboten, so Kim, der selbst Experte für Infektionskrankheiten ist. Mit Sorge verfolge er, wie die Ausbreitung des tödlichen Virus zum Zusammenbruch der "vorher schon schwachen Gesundheitssysteme" in allen drei Staaten führe. Sollte es nicht gelingen, den Vormarsch der Seuche zu stoppen, seien zahlreiche weitere Leben in Gefahr.

Bei ihrem Notprogramm wird sich die Weltbank demnach eng mit der Weltgesundheitsbehörde WHO abstimmen. Nach deren jüngsten Angaben sind dem Virus inzwischen vermutlich 887 Menschen zum Opfer gefallen - diese Zahl umfasst sowohl bestätigte wie vermutete Ebola-Tote. Die Zahl der Infizierten und mutmaßlichen Infizierten stieg auf 1.603.

USA: Infizierte zurückgekehrt
In Atlanta im US-Bundesstaat Georgia kam am Dienstag die Krankenschwester Nancy Writebol an, die sich in Liberia mit Ebola angesteckt hatte. Die 60-Jährige landete an Bord eines Spezialflugzeugs und wurde zur Behandlung in das Emory University Hospital gefahren. Dort wird seit Samstag bereits der US-Arzt Kent Brantly versorgt, der sich ebenfalls in Liberia mit Ebola infiziert hatte. Der Zustand des 33-Jährigen hat sich seither verbessert.

Neues Serum macht Hoffnung
Gegen Ebola gibt es bisher keine Medizin. Sowohl Brantly als auch Writebol erhielten zur Behandlung aber ein experimentelles Serum, das ihnen möglicherweise das Leben rettete. Das ZMapp genannte Serum wird von dem Unternehmen Mapp Biopharmaceutical im kalifornischen San Diego entwickelt und besteht aus drei verschiedenen Antikörpern, die mit dem Ebola-Virus infizierte Zellen zerstören.

Experten warnten allerdings davor, das Serum als Wundermittel zu feiern. "Wir wissen nicht, ob es diesen Patienten auf natürliche Weise besser geht, oder ob das Serum wirklich etwas tut", sagte der Mediziner Jorge Rodriguez dem Nachrichtensender CNN. Bisher haben die Forscher ZMapp nur an Tieren getestet, das Risiko von Nebenwirkungen ist groß.

In einem New Yorker Krankenhaus kam unterdessen ein Mann unter Beobachtung, der ähnliche Symptome wie bei Ebola aufweist. Zwar glaube er nicht, dass sich der Verdacht bestätigen werde, dennoch stehe der Mann unter strikter Quarantäne, sagte der Leiter der Notaufnahme im Mount Sinai Hospital, David Reich. Der Patient sei kürzlich in eines der betroffenen westafrikanischen Länder gereist. Das Ergebnis seines Tests werde in spätestens drei Tagen erwartet. Auch in Saudi-Arabien wurde ein Mann mit Ebola-ähnlichen Symptomen ins Krankenhaus gebracht. Der Saudiaraber war vor kurzem aus Sierra Leone zurückgekehrt.

British Airways streicht Flüge nach Westafrika
Zunächst bis Ende des Monats werden Sierra Leone und Liberia nicht mehr von British Airways angeflogen. Die Gesundheit und Sicherheit von Passagieren, Besatzung und Bodenpersonal habe höchste Priorität , hieß es. Als erste große internationale Fluggesellschaft hate die arabische Emirates wegen der Ebola-Seuche am Samstag ihre Flüge nach Guinea eingestellt.

Das Ebola-Virus löst hämorrhagisches Fieber aus, das in vielen Fällen zum Tod führt. Medikamente dagegen gibt es nicht, doch steigert eine frühzeitige Behandlung die Überlebenschancen.

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