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Ende der Monarchie auf Tonga

Nach 165 Jahren

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Ende der Monarchie auf Tonga

Im Südsee-Königreich Tonga haben die ersten demokratischen Wahlen seit 165 Jahren das Ende der absoluten Monarchie besiegelt. In dem Mini-Parlament mit 26 Sitzen haben erstmals die Bürgerlichen die Mehrheit. Viele der 100 000 Einwohner tanzten und feierten am Freitag auf den Straßen, berichtete die "Matangi Tonga"-Nachrichtenwebseite.

Der Oppositionspolitiker Akilisi Pohiva (71), der seit 30 Jahren für die Demokratie kämpft, gewann mit seiner "Demokratischen Partei der freundlichen Inseln" 12 der 17 für Bürgerliche reservierten Sitze. Fünf gingen an Unabhängige, neun sind weiter den Adeligen vorbehalten. Wer allerdings die Regierung bilden soll, blieb unklar, berichtete "Matangi Tonga". Die fünf Unabhängigen seien das Zünglein an der Waage.

Pohiva hatte zunächst einen Erdrutschsieg mit absoluter Mehrheit verkündet, doch gewann seine Partei zwei Sitze weniger als zunächst erwartet. Und dennoch halten die Bürgerlichen erstmals die Mehrheit im Parlament. Bisher hatte der König als Alleinherrscher den Regierungschef und das Kabinett ernannt.

König Tupou IV. regierte 41 Jahre
Die Demokratiebewegung begann während der fast 41-jährigen Herrschaft von König Tupou IV, der 2006 starb. Kurz darauf brachen Unruhen aus. Die Hauptstadt Nukualofa wurde schwer zerstört, acht Menschen kamen ums Leben. Nachfolger George Tupou V, der in Oxford studiert hatte, erkannte die Zeichen der Zeit, änderte die Verfassung und ließ das Volk am Donnerstag wählen. Der Sprecher der Adeligen, Lord Ma'afu, versprach bereits Unterstützung für die neue Regierung, berichtete Radio Neuseeland.

Tonga

Tonga besteht aus 170 Inseln
Das ehemalige britische Protektorat liegt zwischen Neuseeland und Hawaii. Es besteht aus mehr als 170 Inseln. Abgesehen von den Adeligen sind die meisten Einwohner bitterarm. 70 Prozent der Nationaleinkommens stammt aus den Überweisungen von Verwandten, die im Ausland arbeiten. Die USA gratulierten Tonga. "Die demokratischen  Werte, die Mitbestimmung der Menschen an der Regierungsbildung, gelten in allen Kulturen und Regionen", teilte ein Sprecher des Außenministeriums in Washington mit.

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