02. April 2010 22:02
© Tepper School of Business
Krise hin, Krise her: Während für viele die Wirtschaftskrise deutlich
spürbar ist, kratzt sie die Wall-Street-Manager
kaum – und das, obwohl sie mit ihrer Zockerei die Krise verursacht haben.
Als ob nichts passiert wäre, kassieren sie Gagen und Boni in Milliardenhöhe.
Die 25 Topverdiener der Hedgefonds-Manager streiften 2009 ungeniert mehr als
25 Milliarden US-Dollar ein. Das macht eine Milliarde pro Kopf – so viel wie
nie zuvor. Das übertrifft sogar den bisherigen Rekord von 2007, als die
Hedgefonds-Manager 22,3 Milliarden erhielten.
- Absoluter Spitzenreiter ist David Tepper von Appaloosa Management. Er
sahnte unglaubliche vier Milliarden US-Dollar ab (umgerechnet fast drei
Milliarden Euro). Tepper ist damit der bestverdienende
Hedgefonds-Manager der Finanzgeschichte. Pro Minute kassierte er im
Vorjahr 7.610 US-Dollar! Teppers Milliarden-Coup: Er wettete auf die
Rettung der großen Banken und kassierte so Milliarden. Der
US-Manager kaufte am Höhepunkt der Krise billig zu habende Bank-Aktien.
Als sich die Wirtschaft erholte, stiegen auch die Kurse wieder stark –
und Tepper cashte ab.
- Ebenfalls keine großen, finanziellen Sorgen muss sich Finanz-Guru
George Soros machen: Der Großverdiener konnte sich 2009 über
3,3 Milliarden US-Dollar freuen. Der Fonds des ungarischen
US-Immigranten wuchs im Vorjahr um 29 Prozent.
- Auf Platz drei landet James Simons von Renaissance Technologies. Er
sahnte im Vorjahr 2,5 Milliarden US-Dollar ab.
Obama will Banker Zügel anlegen
Gewissensbisse haben die
Abkassierer nicht. Sie sehen die hohen Gagen als Resultat ihrer Leistung:
„Diejenigen, die einen klaren Kopf bewahren, während andere in Panik
geraten, haben meistens Erfolg“, so Tepper zur New York Times.
Die Rekordgagen werden das Image der Banker aber wohl kaum verbessern.
US-Präsident Barack Obama will den Finanz-Managern nun Zügel anlegen. Obama
rechnet aber mit großem Widerstand: „Wenn diese Leute einen Kampf wollen,
dann können sie ihn mit mir haben.“