Erdbeben im Iran: Hunderte Verletzte

Stärke 6,2 auf Richterskala

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Erdbeben im Iran: Hunderte Verletzte

Die Zahl der Erdbebenopfer im Iran hat sich weiter erhöht. Nach Angaben des iranischen Senders Press TV vom Sonntagmorgan starben bei den beiden schweren Erdbeben in der nordwestiranischen Provinz Ost-Aserbaidschan mindestens 250 Menschen. Mehr als 2.000 Menschen seien verletzt worden. Tausende hätten die Nacht im Freien verbracht. Es habe mehr als 20 Nachbeben gegeben, berichtete der Sender.



US-Geologen gaben die Stärke der Beben sogar mit 6,3 und 6,4 an, die geologischen Verwerfungen ereigneten sich demnach in fast zehn Kilometern Tiefe. Die Erdstöße trafen die Region binnen 11 Minuten.

Unbestätigten Berichten zufolge wurden etwa 60 Siedlungen von den Bebenschwer beschädigt, zunächst war von 30 die Rede gewesen. Wie viele Menschen dort leben, war ebenfalls nicht bekannt. Die Menschen wurden mit Blick auf mögliche Nachbeben aufgerufen, im Freien zu übernachten. Bereits während des Bebens flüchteten viele Menschen aus ihren Häusern nach draußen.

Dem seismologischen Institut der Universität Teheran zufolge hatte das Hauptbeben, das sich um 14.23 Uhr MESZ ereignete, eine Stärke von 6,2. Das Epizentrum des Erdbebens lag den Angaben zufolge etwa 60 Kilometer von Tabriz entfernt. Nur elf Minuten nach dem ersten Beben ereignete sich demnach ein Nachbeben mit einer Stärke von 6,0. Das Erdbebengebiet ist rund 190 Kilometer von der Grenze zur Türkei entfernt, die Distanz zu den Grenzen Armeniens und Aserbaidschans beträgt 90 Kilometer.

Panik in Großstadt
Unter den 1,5 Millionen Einwohnern der Stadt Tabriz brach Panik aus. Laut den amtlichen Nachrichtenagenturen MEHR und FARS flohen viele Menschen aus ihren schwankenden Häusern ins Freie. Zudem brachen in Teilen der Region die Telefon- und Mobilfunknetze zusammen. Die Feuerwehr berichtete laut der Agentur ISNA von großflächigen Stromausfällen und dichtem Verkehr in Tabriz.

Am stärksten betroffen waren die Städte Ahar und Varzeghan. Der Chef der Hilfsorganisation Roter Halbmond, Mahmoud Mozafar, sagte der Agentur MEHR, zu mehreren Dörfern gebe es keinen Zugang. Ein Verantwortlicher aus Ahar bezifferte die Zahl der betroffenen Dörfer auf etwa 60. Die Rettungsteams hatten 185 Krankenwagen und sieben Hundestaffeln im Einsatz.

Mozafar sagte, es gebe teils telefonischen Kontakt zu den Einwohnern. Um die Menschen in den Dörfern zu erreichen, wurden Hubschrauber eingesetzt.

Im Iran gibt es häufig Erdbeben, weil dort mehrere tektonische Platten aufeinander treffen. Ein besonders schweres Beben ereignete sich im Dezember 2003. Damals kamen im Südosten des Landes 31.000 Menschen ums Leben. Bei einem Erbeben im Nordosten des Iran erst im Jänner wurden mehr als hundert Menschen verletzt.

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