Erdogan legt mit weiterem Nazi-Sager nach

"Nationalsozialismus geht weiter"

Erdogan legt mit weiterem Nazi-Sager nach

Trotz scharfer Kritik an seinem NS-Vergleich hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan im Streit mit Deutschland noch einmal nachgelegt. "Ich habe gedacht, der Nationalsozialismus in Deutschland ist vorbei, aber er geht noch immer weiter", sagte Erdogan am Sonntagabend in Istanbul nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu.

Einige Stunden zuvor hatte Erdogan Deutschland als Reaktion auf das Auftrittsverbot von türkischen Ministern in Deutschland "Nazi-Praktiken" vorgeworfen. Zu Berichten, dass er selbst einen Auftritt in Deutschland plane, sagte Erdogan Anadolu zufolge: "Wenn ich will, komme ich morgen. Ich komme und wenn ihr mich nicht hereinlasst oder mich nicht sprechen lasst, dann werde ich einen Aufstand machen."

Türkischer Minister gab sich in Leverkusen wortkarg
 

Der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci hat bei einem Konzertbesuch in Leverkusen am Sonntag zunächst auf politische Aussagen verzichtet. "Es gab Spekulationen um meinen Auftritt", sagte der 56-Jährige am frühen Abend in einem Grußwort. "Ich möchte es mal so sagen: Ich bin hergekommen, um Freude zu bereiten."

Bei dem Konzert zu Ehren eines verstorbenen türkischen Musikers wurde Zeybekci von mehreren Hundert Zuschauern mit viel Applaus empfangen. "Der Minister ist seit Monaten eingeladen, das hat mit der aktuellen Debatte nichts zu tun", sagte ein Sprecher des veranstaltenden Kulturvereins zur erbittert geführten Debatte um Wahlkampfauftritte von Ministern aus der Türkei. Zuvor waren zwei Veranstaltungen mit Zeybekci in Köln und Frechen abgesagt worden.

Wenige Stunden nach dem Leverkusener Konzert wollte Zeybekci am späten Abend in Köln ein weiteres Mal auftreten. In einem Hotel wollte er für das von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan angestrebte Präsidialsystem in der Türkei werben, wie aus dem Kalender des Koordinationszentrums für die Auslandswähler der türkischen Regierungspartei AKP hervorgeht.

Die Absagen hatten zu großen Spannungen zwischen der Türkei und Deutschland geführt. "Es ist nicht möglich, das zu akzeptieren", hatte Zeybekci vor dem Abflug nach Deutschland kritisiert. Schon am vergangenen Donnerstag hatte die Stadt Gaggenau eine mit Justizminister Bekir Bozdag geplante Veranstaltung aus Sicherheitsgründen abgesagt.
 

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