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Erneut Streik in Griechenland

Athen

Erneut Streik in Griechenland

Aus Protest gegen die Sparpolitik der Regierung haben die griechischen Gewerkschaften am Donnerstag den Flug-, Bahn- und Fährverkehr sowie Ministerien und andere Behörden lahmgelegt. Der eintägige Ausstand richtete sich auch gegen den Abbau des Sozialstaats und die hohe Arbeitslosigkeit.

Mehr als 20.000 Menschen auf der Straße
In Athen gingen nach Schätzungen der Medien mehr als 20.000 Menschen auf die Straßen, um gegen das "soziale Mittelalter" - wie es auf Transparenten hieß - zu protestieren. Auch in anderen griechischen Städten nahmen Tausende an Kundgebungen teil. Die Demonstrationen verliefen weitgehend friedlich. Das teilte die Polizei mit.

Luftraum komplett gesperrt
Wegen der Beteiligung der Fluglotsen bleibt der griechische Luftraum den ganzen Donnerstag (von 23.00 Uhr MEZ am Mittwoch bis 23.00 Uhr MEZ am Donnerstag) geschlossen. Sämtliche Flüge wurden annulliert. Auch Fähren liefen nicht aus Piräus zu den Ägäisinseln aus.

Ärzte in den staatlichen Krankenhäusern behandelten nur Notfälle. Busse und U-Bahnen blieben in Athen und der Hafenstadt Thessaloniki für mehrere Stunden in den Garagen und Bahnhöfen. Auch viele Lehrer und andere Staatsbedienstete legten ihre Arbeit nieder.

Aufgerufen zu dem Streik hatten die Gewerkschaftsverbände GSEE und Adedy, unter anderem die Gewerkschaften für Handel und Hotellerie riefen ihre Mitglieder zur Teilnahme auf. In einer gemeinsamen Erklärung machten GSEE und Adedy die Regierung für "das soziale Mittelalter" und "eine albtraumhafte Arbeitslosigkeit" in Griechenland verantwortlich.

Es soll noch mehr gespart werden
Das griechische Staatsbudget für das kommende Jahr, das am 7. Dezember verabschiedet werden soll, sieht weitere Ausgabenkürzungen vor, die auch das Gesundheits- und Bildungssystem treffen. Griechenland ist zwar inzwischen zu einem leichten Wirtschaftswachstum zurückgekehrt. Dennoch ist weiter jeder vierte Grieche ohne Arbeit.

Die Griechen haben im Zuge der harten Sparpolitik bis zu 30 Prozent ihrer Einkommen verloren. Das Land wurde 2010 mit einem 240 Milliarden Euro schweren Hilfsprogramm von der EU vor dem Zusammenbruch gerettet.

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