Ex-ebay-Chefin will

Wahlen am Dienstag

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Ex-ebay-Chefin will "Gouvernator" beerben

Als Held in Actionfilmen hat Arnold Schwarzenegger gleich mehrfach die Welt vor dem Untergang gerettet. Als Gouverneur von Kalifornien aber hinterlässt er einen Sanierungsfall, der US-Bundesstaat steht am Rande des Bankrotts. Zwei republikanische Power-Frauen stehen zur Rettung bereit: Die frühere eBay-Chefin Meg Whitman will Schwarzeneggers Nachfolge im Gouverneursamt antreten. Die ehemalige Chefin von Hewlett-Packard, Carly Fiorina, möchte den Staat als Senatorin in Washington vertreten. Am Dienstag werden die Wähler in Kalifornien entscheiden.

Erfolgreiche Businees-Frauen

Whitman und Fiorina zählen zu den mächtigsten - und reichsten - Frauen in Amerikas Konzernwelt, wo die Chefetagen nach wie vor von Männern dominiert werden. "Ihr Karrierepolitiker in Washington, seid gewarnt!", rief Whitman im Wahlkampf. "Hier kommen zwei Business-Frauen, die wissen, wie man Arbeitsplätze schafft und Nägel mit Köpfen macht."

Beide sind Ausnahme-Managerinnen aus Kaliforniens Silicon Valley: Whitman machte den Internet-Auktionator eBay in ihren zehn Jahren als Chefin (1998 bis 2008) von einer Online-Klitsche mit 30 Mitarbeitern zum globalen Marktführer mit 15.000 Angestellten und Milliardenumsatz. Die Ex-Sekretärin Fiorina schrieb Wirtschaftsgeschichte, als sie 1999 die Chefin des Technologiekonzerns Hewlett-Packard wurde und damit als erste Frau die Führung eines Top-20-Unternehmens in den USA übernahm. Sie blieb bis 2005.

20 Milliarden Dollar fehlen
Die Krise in Kalifornien unter Schwarzenegger, der bei der Wahl nicht mehr antreten darf, bietet den Unternehmerinnen viel Spielraum für Profilierung. Im Staatshaushalt fehlen knapp 20 Milliarden Dollar, die Arbeitslosigkeit liegt mit 12,4 Prozent weit über dem US-Durchschnitt.

"Ich war in der Wirtschaft 30 Jahre lang erfolgreich, weil ich mich an konservative Kernprinzipien im Umgang mit Geld gehalten habe", sagt Whitman. Finanziell ist die 54-jährige Milliardärin ihrem Gegner Jerry Brown von den Demokraten haushoch überlegen. In ihren Wahlkampf steckte sie mehr als 140 Millionen Dollar aus ihrem Privatvermögen - ein neuer Rekord.

Gegen illegale Einwanderung

Die 56-jährige Fiorina will bei der Wahl im November die demokratische Senatorin Barbara Boxer schlagen und Kalifornien im Senat in Washington vertreten. Fiorina steht für Haushaltskonsolidierung, verstärktes Vorgehen gegen illegale Einwanderung, die Verhinderung eines Gesetzes zum Klimaschutz. In ihren Auftritten stellt sie vor allem heraus, wie "kampferprobt" sie sei. 2008 erlebte sie als Beraterin von Präsidentschaftskandidat John McCain die harten Seiten der US-Politik.

Im vergangenen Jahr machte sie nach einer Brustkrebsdiagnose eine Chemotherapie durch. Erst am Dienstag musste sich Fiorina wegen einer Infektion infolge des Wiederaufbaus ihrer Brust erneut in Behandlung begeben. Ihr Wahlkampfstab versicherte, sie werde "vollständig und schnell" genesen.

HP-Aktenkurs halbierte sich
Der Wechsel vom Chefsessel auf die Wahlkampfbühne verlief für beide Frauen nicht ohne Reibungen. Whitmans Wahlkampf geriet im Endspurt wegen einer Hausmädchen-Affäre ins Schlingern: Jahrelang beschäftigte sie eine illegale Immigrantin in ihrem Haushalt. Dies untergräbt Whitmans Versprechen, härter gegen illegale Zuwanderung vorzugehen.

Fiorina muss sich vor allem der Kritik an ihrer Zeit als Chefin von Hewlett-Packard erwehren. Unter Fiorinas Führung halbierte sich der Aktienkurs, ehe sie der Vorstand 2005 vom Chefsessel verdrängte. Kritiker legten ihr Führungsschwäche zur Last. Ihre Abfertigung soll mehr als 20 Millionen Dollar betragen haben. In den aktuellen Umfragen liegen sowohl Fiorina als auch Whitman hinter ihren Gegnern von den Demokraten - allerdings nicht so weit, dass ein Sieg kommende Woche ausgeschlossen wäre.

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