Experte: Darum beginnt der IS-Terror jetzt erst richtig

Phase 1 beendet

Experte: Darum beginnt der IS-Terror jetzt erst richtig

Der sogenannte Islamische Staat musste zuletzt empfindliche militärische Niederlagen einstecken. In Syrien und dem Irak hat die Terror-Miliz bereits rund 80 Prozent ihres Territoriums wieder verloren. Der ausgewiesene Terror-Experte Peter Neumann vom Londoner King's College schlägt nun aber Alarm. Der IS-Terror wird nun erst richtig beginnen und uns Jahre lang beschäftigen.

In einer Diskussionsveranstaltung im Wahlkampfhaus der CDU sagte Neumann, dass nicht der IS, sondern nur das Territorialprojekt in Irak und Syrien besiegt wurde. „Das ist das Ende von Phase 1. Worauf wir uns einstellen müssen, ist Phase 2.“ Die Konsequenzen des Krieges in Syrien werden den Westen noch jahrelang beschäftigen, so der Experte.

Neumann zieht dabei auch Konsequenzen mit dem Krieg in Afghanistan. Der Krieg gegen die Sowjetunion war zwar Ende der 80er-Jahre vorbei, die dort kämpfenden Mudschahedin waren aber noch viele Jahre lang aktiv und beispielsweise auch im Bosnien-Krieg oder an 9/11 beteiligt. Dasselbe könnte nun mit den ausländischen Kämpfern des IS passieren.

Der Terror-Experte fordert nun einen stärkeren Datenaustausch zwischen den europäischen Ländern sowie ein schnelles Umsetzen von Asylentscheidungen. Die Erfahrung zeige, dass Flüchtlinge vor allem dann für Radikalisierung anfällig seien, wenn sie einen negativen Bescheid bekommen haben, ihre Abschiebung aber lange nicht durchgeführt wurde.

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