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Berlusconi erschien vor Gericht

Falschaussage-Prozess

Berlusconi erschien vor Gericht

Die Enkelin von Gustav Mahler, Marina Mahler, hat am Montag in Mailand beim Prozess gegen den italienischen Premier Silvio Berlusconi ausgesagt, der selber vor Gericht anwesend war. Die Erbin des Komponisten wurde von Staatsanwalt Fabio De Pasquale als Zeugin gegen den britischen Rechtsanwalt David Mills vorgeladen. Berlusconi wird beschuldigt, Mills im Jahr 1997 600.000 Dollar (424.238 Euro) für Falschaussagen in Prozessen gegen sein Medienunternehmen Mediaset bezahlt zu haben.

Mahler hatte Mills vor Jahren kennengelernt, der Brite war ihr Rechtsanwalt geworden. "Er war mir vor der Frau des Dirigenten Claudio Abbado vorgestellt worden", berichtete die Österreicherin. Mills soll unter ihrem Namen ein Konto in der Schweiz eröffnet haben, auf dem er unter anderem Berlusconis Geld deponiert haben soll. "Erst Jahre später, habe ich über englische Medien erfahren, dass er unter meinem Namen ein Schweizer Konto geöffnet hatte. Ich war erschüttert", berichtete Marina Mahler vor dem Gericht nach Angaben italienischer Medien.

Seitdem habe sie jegliche Beziehung zu Mills abgebrochen. Ihr neuer Rechtsanwalt habe sich später mit Mills in Verbindung gesetzt. "Er sagte, er wusste nicht, warum er mich in diese Geschichte hineingezogen hatte", berichtete Mahler.

Auch Ex-F1-Manager Briatore als Zeuge geladen
Als Zeuge der Staatsanwälte wurde auch der ehemalige Formel 1-Manager Flavio Briatore vorgeladen. Auch Briatore war Kunde von Mills, der vom Kassationsgericht in Rom im vergangenen Jahr wegen Verjährung vom Vorwurf der Korruption freigesprochen worden. Sowohl Mahler als auch Briatore waren bereits als Zeugen im Prozess gegen Mills vernommen worden.

Berlusconi hat am Montag an der gegen ihn laufenden Gerichtsverhandlung teilgenommen. Seinen Auftritt im Mailänder Justizpalast nutzte er jedoch diesmal nicht, um gegen die Staatsanwälte zu protestieren, die gegen ihn ermitteln. In Mailand waren am Montagvormittag noch Kommunalwahlen im Gange und der Premier war verpflichtet, mit Aussagen nicht den Wahlausgang zu beeinflussen.
 

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