Familien der Absturzopfer fehlt Geld

Kaczynski-Tod

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Familien der Absturzopfer fehlt Geld

Einige Angehörige der Opfer sind durch den Absturz des polnischen Präsidentenflugzeuges am vergangenen Samstag nicht nur in eine psychisch, sondern auch in eine materiell schwierige Situation geraten. Darüber berichtet die Zeitung "Rzeczpospolita". Premier Donald Tusk erklärte, jede Familie werde eine Hilfe von 40.000 Zloty (10.250 Euro) erhalten. Weitere 15.000 Zloty versprach bereits zuvor der Verteidigungsminister. Für viele Betroffene reicht diese Hilfe jedoch nicht aus.

Freunde bringen Essen vorbei
Janusz Krupski war Leiter des staatlichen Amtes für Kriegsteilnehmer und -Opfer. Der 58-jährige befand sich an Bord der Tupolew-154, die beim Landeanflug auf den Flughafen in Smolensk (Russland) verunglückte. "Ich kann mir nicht vorstellen, wie sie jetzt leben soll", sagte die Freundin Teresa Kapela der Zeitung "Rzeczpospolita" über die Witwe Joanna Krupska. Denn die Witwenrente ihres Mannes reiche kaum, um ihre Ausgaben zu decken. Freunde und Bekannte brächten der Frau jetzt täglich Essen in deren Wohnung, so Kapela.

Ebenfalls schwierig ist die materielle Situation der Familie von Krzysztof Putra, Vize-Parlamentspräsident aus den Reihen der rechtskonservativen Oppositionspartei "Recht und Gerechtigkeit" (PiS). Putra hinterlässt acht Kinder, die von seiner Frau aufgezogen werden. "Das Ehepaar hatte sich die Aufgaben geteilt", erzählt der PiS-Abgeordnete Jaroslaw Zielinski. Nun werde es für die Familie sehr schwer, zum Beispiel den Hypothekenkredit für das Haus abzubezahlen.

Beerdigung kostenlos
Die PiS, die bei dem Unglück am meisten Politiker verlor, hilft den Hinterbliebenen. Die bedürftigsten drei Familien hätten jeweils 10.000 Zloty (2.560 Euro) aus der Parteikasse erhalten, sagte die Abgeordnete Barbara Bartus. Außerdem geben die PiS-Politiker an, dass sie bei der Organisation der Beerdigungen ihrer Kollegen helfen. Ein Bestattungsunternehmer erklärte sich bereit, die Beerdigung von Putra kostenlos durchzuführen.

Auch manche Kommunen entschlossen sich zu finanzieller Unterstützung. So überwies die Stadt Bialystok Geld unter anderem an die Familien des orthodoxen Erzbischof Miron Chodakowski und der Stewardess Justyna Moniuszko. Die polnische Caritas richtete indes ein Spendenkonto für die Kinder der Opfer ein. Sie werde hier langfristig Hilfe leisten, erklärte die Organisation, je nach den Bedürfnissen der Familien.

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