Kosovo:

Festgenommen

 

Kosovo: "Faust Gottes" muss vor Gericht

Die "Faust Gottes", wie Ramush Haradinaj (42) von seinen Anhängern ehrfürchtig genannt wird, muss sich vor einem weltlichen Gericht verantworten. Das UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag entschied, gegen den kosovo-albanischen Ex-Premier das Verfahren zum Teil neu aufzurollen. Haradinaj, vor zwei Jahren in erster Instanz freigesprochen, wurde bereits festgenommen und an das Haager Tribunal überstellt.

Vom Türsteher zum Premier
Haradinaj hat eine eigenartig steile Karriere hinter sich: Vom Türsteher vor Scheizer Nachtklubs kämpfte er sich zu einem albanischen Freischärler-Führer durch, wurde Politiker und sogar Regierungschef und ist nun erneut Angeklagter des UNO-Tribunals. In den 1990er Jahren kehrte er aus der Schweiz in den Kosovo zurück und organisierte Angriffe auf serbische Sicherheitskräfte, bis er schließlich Kommandant der extremistischen "Kosovo-Befreiungsarmee" (UCK) wurde.

Auf seine Initiative wurde die UCK-Sondereinheit "Schwarze Adler" gegründet, die für Ermordungen und Misshandlungen Dutzender serbischer Zivilisten verantwortlich gemacht wird. Nach dem Krieg tauschte er seine Uniform gegen elegante Anzüge und gründete die AAK-Partei. Nun ist er erneut mit den schwersten Vorwürfen - Morde, Vergewaltigungen, Vertreibungen, Entführungen, Folterungen - konfrontiert.

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