Flüchtlingskrise: Alle wollen die süße Favour adoptieren

Mädchen (9Monate) verlor Mutter

Flüchtlingskrise: Alle wollen die süße Favour adoptieren

Das neun Monate alte Flüchtlingsbaby ist ohne Eltern auf der italienischen Insel Lampedusa angekommen. Das Mädchen war zusammen mit seiner hochschwangeren Mutter und Dutzenden anderen Flüchtlingen aus Mali und Nigeria – die meisten von ihnen Frauen – in Libyen in einem Boot gestartet.

Der Motor des Schiffes wurde defekt, heißt es. Benzin floss aus, ging in Flammen auf. Die Mutter der Kleinen erlitt schwerste Verbrennungen, ist noch an Bord gestorben. Zuvor übergab sie ihre Tochter einer anderen Frau, die ebenfalls Verbrennungen durch Benzinspritzer erlitt: „Passt auf sie auf.“

Arzt: »Sie hat mich umarmt und nie geweint«

Bildhübsch
Die Freundin schaffte es bis Lampedusa, übergab dort Favour an Helfer. Seither wird das Mädchen von Insel-Arzt Pietro Bartolo betreut. Er hat das Kind untersucht, sagt: „Favour ist ein bildhübsches und sehr süßes Mädchen“, schwärmt er. „Sie hat mich umarmt, hat keine Träne vergossen und sich untersuchen lassen, ohne zu klagen.“

Die Kleine sei zwar ein wenig unterkühlt und dehydriert gewesen, aber sonst gehe es ihr gut, sagte Bartolo der Zeitung La Stampa.

Familien aus ganz Italien wollen Baby adoptieren

Adoption
Mit der ersten Reportage über das süße Flüchtlingsmädchen brach in Italien eine wahre Solidaritätswelle aus. Viele Familien wollen es adoptieren: „Es kommen Anrufe aus ganz Italien von Familien, bei uns steht das Telefon nicht mehr still“, so der Insel-Arzt.

Gerne würde er das Mädchen auch selbst in Pflege nehmen. Er habe auch schon einen entsprechenden Antrag gestellt, sagt er.

 


 

Zukunft
Klar ist bisher nur: Ein Gericht in Palermo wird über die Zukunft der Kleinen entscheiden, berichtet die Zeitung La Repubblica. „Wenn sie einen neuen Papa braucht, dann bin ich da, ich bin bereit, sie zu adoptieren“, sagte Arzt Bartolo. Der 60-Jährige hat drei eigene Kinder. Vor fünf Jahren hat er einen 17-jährigen Tunesier aufgenommen. „Es ist, als wäre er mein eigener Sohn“, so Bartolo.

Karl Wendl

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