Flug MH17: Separatisten für Zusammenarbeit

Bei Absturz-Untersuchung

Flug MH17: Separatisten für Zusammenarbeit

Die prorussischen Separatisten in der Ostukraine haben Vorwürfe zurückgewiesen, sie würden eine Untersuchung der abgestürzten malaysischen Passagiermaschine behindern. Gleichzeitig berichteten aber Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), ihnen sei erneut der vollständige Zugang zur Absturzstelle des malaysischen Passagierflugzeugs verwehrt worden.

Russland kritisierte Berichte über einen angeblichen Abschuss der Maschine als "voreilig". Damit sollten offenbar Ermittler beeinflusst werden, teilte das Außenministerium in Moskau mit.

"Wir haben der OSZE zugesagt, weder die Flugschreiber zu entfernen noch Leichen abzutransportieren", sagte einer der Sprecher der Aufständischen, Sergej Kawtaradse, am Samstag in Donezk. Die Regierung in Kiew setze offenbar auf eine Verzögerungstaktik. "Die internationalen Experten sollen jetzt doch erst an diesem Sonntag zum Wrack kommen. Wertvolle Zeit geht verloren - Zeit, in der Spuren völlig zerstört sein können", kritisierte Kawtaradse.

Auch Separatistenanführer Alexander Boradaj sicherte den Experten eine Zusammenarbeit zu. "Die Flugschreiber können zum Beispiel dem Internationalen Roten Kreuz übergeben werden, kein Problem", sagte Borodaj. Er wies Berichte zurück, denen zufolge ein Team der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am Freitag mit Warnschüssen empfangen worden sei. "Vielleicht war naher Kampflärm zu hören. Aber von uns hat niemand geschossen", betonte er.

Ein OSZE-Sprecher teilte dagegen am Samstag mit, bewaffnete Separatisten behinderten die Arbeit der etwa 20 OSZE-Vertreter nach wie vor. Die Gruppe habe jedoch zumindest mehr Bewegungsfreiheit als am Vortag bekommen. Am Freitag hatten sich die Beobachter lediglich etwa 70 Minuten lang an der Absturzstelle aufhalten können.

Die OSZE-Mitarbeiter hätten beobachtet, wie Leichen der 298 ums Leben gekommenen Passagiere des Flugs MH17 von Unbekannten in Plastiksäcke gepackt und an den Straßenrand geräumt wurden, sagte der Sprecher weiter. Erklärungen dafür erhielten die OSZE-Vertreter nicht. Das gesamte Absturzgebiet sei nach wie vor scharf bewacht. "Wir wurden von Schwerbewaffneten streng beobachtet und mussten uns vorsichtig bewegen", sagte der Sprecher.

Hinterbliebene warten in Amsterdam auf Flug in die Ukraine
Hinterbliebene der Insassen des malaysischen Passagierflugzeugs, das im Osten der Ukraine abgestürzt ist, haben sich am Flughafen Amsterdam-Schiphol versammelt, um zum Absturzort zu reisen. Es sei aber "unklar", wann die Reise der Hinterbliebenen in das Konfliktgebiet starten könne, sagte eine Sprecherin der Fluggesellschaft Malaysia Airlines am Samstag.

Eine Maschine stehe zum Abflug bereit, aber der Zugang zum Absturzort sei nicht geklärt, hieß es. Der Absturzort liege 500 Kilometer von der ukrainischen Hauptstadt Kiew entfernt. "Wenn viele Menschen da hin wollen, ist ein großer Organisationsaufwand erforderlich." Eine konkrete Zahl der auf den Flug zum Unglücksort wartenden Hinterbliebenen wollte sie nicht nennen.

Der Absturzort bei Grabowe in der Ukraine wird von prorussischen Separatisten kontrolliert. Sie verweigerten Journalisten am Samstag den Zugang zu dem weiträumigen Gelände, auf dem Leichen- und Trümmerteile der Maschine mit der Flugnummer MH 17 verstreut liegen. Die ukrainische Regierung beschuldigt die Aufständischen, das Flugzeug abgeschossen zu haben. Am Samstag warf sie den Rebellen vor, Beweismittel vom Absturzort zu entfernen.

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