Foley schrieb letzten Brief an seine Eltern

Von IS ermordet

Foley schrieb letzten Brief an seine Eltern

In einem bewegenden "Brief" an seine Eltern hat der von Jihadisten ermordete US-Journalist James Foley vor seinem Tod von seinem Leben in Gefangenschaft berichtet. "Ich weiß, dass Ihr an mich denkt und für mich betet", heißt es in der Botschaft, die Foleys Eltern auf ihrer Facebook-Seite "Free James Foley" veröffentlicht haben.

Laut seinen Eltern wurden alle Briefe Foleys von seinen Entführern konfisziert. Daraufhin habe er einen Mithäftling, der später befreit wurde, gebeten, einen Brief zu memorieren und den Inhalt seinen Eltern mitzuteilen.

"Bleib stark, denn ich brauche Deine Hilfe"
In der Botschaft berichtet Foley, dass er mit 17 Mithäftlingen gefangen gewesen sei, was ihm geholfen habe. Es habe "endlose Gespräche über Filme, Belanglosigkeiten und Sport" gegeben. Zudem hätten sie in ihrer Zelle Wege gefunden, Gesellschaftsspiele zu spielen und ganze Turniere veranstaltet, um die Zeit besser zu überstehen. Auch die Erinnerungen an seine Kindheit mit seinen vier Geschwistern habe ihm Kraft gegeben. Er habe "gute und schlechte Tage" gehabt, berichtete Foley.

"Wir waren so dankbar, wenn jemand freigelassen wurde, aber natürlich hofften wir auch auf unsere eigene Freiheit", erklärte Foley. Gegenseitig hätten sie versucht, sich Kraft zu geben. Schließlich hätten sie besser und täglich etwas zum Essen bekommen. Es habe Tee und manchmal Kaffee gegeben. "Ich habe das meiste meines Gewichts zurück, das ich vergangenes Jahr verloren habe", berichtete Foley. Persönliche Nachrichten richtete er an seine Geschwister und seine Großmutter. "Bleib' stark, denn ich brauche Deine Hilfe, um mein Leben zurückzugewinnen", erklärte er.

Der freie Journalist war im November 2012 im Norden von Syrien von Unbekannten verschleppt worden. Foley arbeitete für eine Reihe westlicher Medien, darunter die Nachrichtenagentur AFP. Vor einigen Tagen verbreitete dann die Jihadistengruppe Islamischer Staat (IS) ein Video, das die brutale Enthauptung des 40-Jährigen zeigt. Derzeit arbeiten die britischen Geheimdienste daran, den vermummten Mörder des US-Journalisten zu identifizieren, der in dem Video mit britischem Akzent gesprochen hatte.
 

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