Folter mit Todesfolge: Aufklärung gefordert

Italien/Ägypten

Folter mit Todesfolge: Aufklärung gefordert

Die italienische Regierung hat von Ägypten verlangt, die "wahren Verantwortlichen" für den Tod des 28-jährigen italienischen Studenten Giulio Regeni in Kairo zu benennen. "Wir werden uns nicht mit Halbwahrheiten zufriedengeben", sagte Außenminister Paolo Gentiloni am Montag der Zeitung "La Repubblica".

"Wir wollen, dass die Verantwortlichen nach dem Gesetz bestraft werden", hieß es weiter. Die Autopsie ergab, dass Regeni vor seinem gewaltsamen Tod gefoltert wurde.

Entsetzen
Nach detaillierten Veröffentlichungen über den grausamen Tod Regenis nimmt in der italienischen Öffentlichkeit das Entsetzen zu. Der Doktorand, der sich mit den ägyptischen Gewerkschaften beschäftigte, wurde den Untersuchungen der italienischen Gerichtsmedizin zufolge geschlagen, ihm wurden an Fingern und Füßen alle Nägel ausgerissen. Todesursache war ein heftiger Schlag an die Unterseite des Schädels. In einer ersten Mitteilung an die italienischen Behörden nach Regenis Tod hatten die ägyptischen Behörden dagegen von einem Tod durch einen Verkehrsunfall gesprochen.

Kontakte zu Oppositionellen?
Der ägyptische Innenminister Magdi Abdel Gaffar wies am Montag jeglichen Verdacht gegen die ägyptischen Sicherheitskräfte zurück. Es sei "absolut inakzeptabel", solche Vorwürfe zu erheben.

Möglicherweise hatte Regeni in Ägypten Kontakte zu Oppositionellen. Er schrieb unter einem Pseudonym für die kommunistische Tageszeitung "Il Manifesto". Regeni verschwand am 25. Jänner, seine Leiche wurde am 3. Februar gefunden. Der Student war an der Universität Cambridge in Großbritannien eingeschrieben.

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